Konfessionsverbindende Ehen und Familien sind kein Problem - Sie sind die Lösung

Netzwerk Ökumene: konfessionsverbindende Paare und Familien in Deutschland

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  • 2003 Einheit der Christen ist möglich

    Thesenpapier zum Jahr der konfessionsverbindenden Ehe

    Einheit konkret

    Tübingen, 28. Februar 2003. "Wir erwarten konkrete Schritte zur Einheit", betont das Leitungsteam des Netzwerks konfessionsverbindender Paare und Familien anlässlich des Jahres der konfessionsverbindenden Ehe. "Deshalb haben wir noch vor dem ökumenischen Kirchentag und dem II. Welttreffen konfessionsverbindender Paare Maßstäbe erarbeitet, mit denen der Stand und der Fortschritt der Ökumene zumindest äußerlich bewertet werden kann. Wir laden deshalb Christinnen und Christen vor Ort, in den Kirchenleitungen und in der Theologie zum Dialog über diese Maßstäbe ein", wünschen sich diese Christinnen und Christen, die durch die Ehe schon lange die Einheit derer vorleben, die im Glauben vereint, aber durch die Konfessionen getrennt werden.

     

    Vorschläge für konkrete Schritte

    Deshalb wurden auf der diesjährigen Jahrestagung der Initiative, die vom 14. bis zum 16. Februar 2002 in Burg Rothenfels statt fand, Thesen vorbereitet, die einen konkreten Weg zur Einheit der Christen beschreiben. Hierzu gehören auf Gemeinde-Ebene folgende Schritte: Ein tolerantes Miteinander, gemeinsame Veranstaltungen, gezielte Einladungen der Mitchristen anderer Konfessionen und dann das Prinzip, alles gemeinsam zu tun, was gemeinsam getan werden kann. Die Paare erhoffen sich davon ein glaubwürdigeres Zeugnis der Christen in der Öffentlichkeit und schließlich die "Versöhnte Verschiedenheit unter einem Dach". Wo sich Christen auf diesen Weg einlassen, da bestehe die Chance, dass im gemeinsamen Glaubensleben auch historische Gegensätze an Bedeutung verlieren, wo der gemeinsame Glaube an Leben, Tod und Auferstehung von Jesus Christus im Mittelpunkt steht.

     

    Tagung zum Amtsverständnis

    In dieser langfristigen Hoffnung sieht sich das Netzwerk durch einen Vortrag unterstützt, den der katholische Fundamental-Theologe Prof. Dr. Heinrich Döring aus München hielt. Er sehe Schwierigkeiten noch immer im Amtsverständnis und in der Frage nach der "Apostolischen Sukzession", der apostolischen Nachfolge. Diese seien aber durch ein stärker "geistliches Verständnis der Sukzession" überwindbar, wenn die katholische Seite auf ein formalistisches Verständnis verzichtete, während die anderen Konfessionen bereit sein müssten, unter dieser Voraussetzung die Sukzession ernst zu nehmen. Der evangelisch-methodistische Bischof Dr. Walter Klaiber hielt in seinem Referat und der anschließenden Diskussion diese Perspektive für möglich, teilt aber angesichts der theologischen und kirchenpolitischen Situation nicht völlig den Optimismus Dörings. Für die 45 Teilnehmer der Tagung aus allen Teilen Deutschlands sowie Gäste aus der internationalen Ökumene war die Tagung ein wichtiger Impuls auf dem Weg zum Ökumenischen Kirchentag.

     

    Gottesdienst auf dem Ökumenischen Kirchentag

    Am Freitag, den 30. Mai hält das Netzwerk von 15:00 Uhr bis 16:30 in der evangelischen Kirche auf dem Tempelhofer Feld in Neutempelhof anlässlich des Ökumenischen Kirchentags einen Wort-Gottesdienst gerade auch für Familien mit dem Thema: "Ein Schiff, das sich Familie nennt - konfessionsverbindende Familien, ihr seid die Lotsen der Ökumene". Außerdem können Interessierte an einem Stand auf der Agora mit den konfessionsverbindenden Christen ins Gespräch kommen. Vom Ökumenischen Kirchentag erhoffen sich die konfessionsverbindenden Paare trotz eher negativen Vorzeichen eine Zulassung des konfessionsverschiedenen Partners zur Eucharistie und somit ein Ende der Scheidung am Tisch des Herrn. Dabei erinnert das Netzwerk an die Ankündigung der Deutschen Bischofskonferenz anlässlich ihrer Frühjahrstagung 2002: �Nach Möglichkeit' solle bis zum ökumenischen Kirchentag im Mai 2003 eine Regelung verabschiedet werden, die es evangelischen Partnern in einer konfessionsverschiedenen Ehe ermöglicht, an der Eucharistie im katholischen Gottesdienst teilzunehmen.

     

    Welttreffen konfessionsverbindender Paare

    Durch Vernetzung mit vergleichbaren Dachorganisationen interkonfessioneller Paare aus England, Frankreich, Italien, der Schweiz und Österreich sowie Kontakte nach Kanada, Australien und in die USA ist das �Netzwerk konfessionsverbindender Paare und Familien' intensiv eingebunden in die organisatorische, geistliche und theologische Vorbereitung der zweiten Weltkonferenz interkonfessioneller Paare. Sie findet vom 24. bis 28. Juli 2003 in Rom statt und steht unter dem Thema: "Vereint in Taufe und Ehe - konfessionsverbindende Familien, berufen zum gemeinsamen Leben in der einen Kirche Jesu Christi, für die Versöhnung unserer Kirchen". Sie führt eine erste Konferenz fort, die 1998 mit 200 Teilnehmern aus 15 Ländern in den Räumen des Ökumenischen Weltrats der Kirchen in Genf stattfand. Das Netzwerk wird sich mit dem kompletten Leitungsteam und einer Reihe weiterer Teilnehmer an der Veranstaltung beteiligen. Rückfragen und Anmeldungen können über die Geschäftsstelle in der Sudetenstr. 22 in 71263 Weil der Stadt, Telefon 07033 529990 erfolgen.

     

    Das Netzwerk

    Das Netzwerk konfessionsverbindender Paare und Familien fasst als bundesweites Forum die Erfahrungen von Initiativen, Kreisen und Gruppen zusammen, in denen sich konfessionsverbindende Paare und Familien treffen. Es berät und begleitet Betroffene und vertritt ihre Ansprüche gegenüber den Konfessionen. Deshalb stehen Vertreter der Initiative im Dialog mit Bischöfen und anderen Verantwortlichen der christlichen Konfessionen. Weiterhin bietet das Netzwerk in ganz Deutschland erfahrene Ansprechpartner für Fragen der interkonfessionellen Ehe. Außerdem steht es im engen Austausch mit vergleichbaren Initiativen anderer Länder. Die Initiative wird von einem neunköpfigen, gleichberechtigten Team geleitet und kann im Internet unter der Adresse konfessionsverbindend.oekumene.net erreicht werden. Das Netz ist innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Ökumenischer Kreise e.V. organisiert.

     

    Arbeitsgemeinschaft Ökumenischer Kreise

    »Als Sammlungsbewegung aller ökumenisch engagierter Christen wollen wir ein sichtbares und konkretes, kirchlich und gesellschaftlich erfahrbares Zeichen der Einheit des Leibes Christi sein. Wir rufen deshalb alle ökumenisch engagierten Gruppen und Einzelpersonen zur Kontaktaufnahme und Mitarbeit auf.« Mit diesem Anspruch vertritt die AÖK seit 1969 ökumenische Basisgruppen. Seit 1982 ist die AÖK offiziell ständiger Beobachter in der Bundes-ACK, der offiziellen Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen.







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