Konfessionsverbindende Ehen und Familien sind kein Problem - Sie sind die Lösung

Netzwerk Ökumene: konfessionsverbindende Paare und Familien in Deutschland

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  • Konfessionsverbindende Paare gründen bundesweites Netz

    Pressemitteilung vom November 1999

    Konfessionsverbindende Paare gründen bundesweites Netz: Recht konfessionsverschiedener Paare auf gemeinsame Teilnahme am Tisch des Herrn beansprucht

    Augsburg, den 24. November 99. "Wir sind die Stimme der konfessionsverbindenden Paare in der einen Kirche und wollen unsere Erfahrungen für die Konfessionen fruchtbar machen." Mit diesem Anspruch wurde jetzt das "Netz konfessionsverbindender Paare und Familien" in Augsburg begründet. Es will im Rahmen der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Ökumenischer Kreise (AÖK) Anlaufstelle für einzelne und organisierte Betroffene sein und sie begleiten und beraten, ihre Erwartungen an die Konfessionen in der Öffentlichkeit vertreten und den internationalen Austausch mit vergleichbaren Initiativen. Die AÖK als Träger des Netzes ist Forum und Vertretung ökumenischer Gruppen und Initiativen in Gemeinden und in der kirchlichen Basisarbeit. Sie vertritt die ökumenische Basis unter anderem mit einem festen Beobachterstatus in der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK).

     

    Voraussetzungen

    Die Grenzen der Konfessionen überwinden und die Einheit in versöhnter Verschiedenheit leben - das ist der Alltag der konfessionsverbindenden Ehe und Familie. Es gibt Initiativen, Kreise und Gruppen, in denen sich konfessionsverbindende Paare und Familien treffen. An verschiedenen Orten werden Seminare angeboten, um Erfahrungen auszutauschen und sich Ermutigung zu holen. Doch ein überregionales Forum für den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen "Betroffenen" gab es bisher in Deutschland nicht. Diese Lücke will das ‚Netz' schließen, in dem es Stimme der konfessionsverbindenden Paare in der einen Kirche ist und deren Lebenswirklichkeit und Erfahrungen für die Konfessionen fruchtbar macht. Dabei soll ein Bewusstsein geweckt werden, dass die konfessionsverbindende Ehe ein Modell für die Einheit in versöhnter Verschiedenheit ist. Außerdem wird eine Vernetzung von Initiativen und einzelnen Paaren auf nationaler und internationaler Ebene angestrebt.

     

    Erwartung: Gemeinschaft am Tisch des Herrn

    "Konfessionsverschiedene Paare müssen sich nicht bei den Konfessionen für ihr Dasein entschuldigen, denn sie leben eine ganz normale christliche Ehe. Die Konfessionen aber leben entgegen dem biblischen Auftrag zerstritten und gespalten und erschweren so den konfessionsverschiedenen Paaren Alltag und Glaubensleben. Es ist deshalb notwendig, dass die Verantwortlichen in den Konfessionen ihre Schuld an diesen Ehen erkennen, eingestehen und Konsequenzen daraus ziehen", so die Überzeugung des ‚Netzes'. Daraus folgt für die Initiatoren als eines der wichtigsten Ziele, dass endlich ein Recht konfessionsverbindender Paare auf die gemeinsame Teilnahme am Herrenmahl von den Konfessionen anerkannt wird. "Was vor Gott eins ist, darf am Tisch des Herrn nicht geschieden werden."

     

    Last oder Chance: Eine erste Tagung

    In einer ersten Studientagung fragt das ‚Netz': "Sind wir Last oder Chance für die Kirchen?" Der katholische Dogmatiker Professor Dr. Peter Neuner referiert über die Trennung am Tisch des Herrn. Professor Dr. Harding Meyer, Direktor i.R. am Institut für Ökumenische Forschung des Lutherischen Weltbundes in Straßburg fragt nach ‚Last oder Chance der konfessionsverbindenden Paare für die Kirche'. Das evangelisch-katholische Theologenehepaar Beate und Jörg Beyer fragt grundsätzlich nach der Bedeutung der konfessionsverbindenden Ehe für die Ökumene. Alle Referate sind Anlass zu ausführlichen Aussprachen und vor allem für engagierte Nichttheologen vorgesehen. Eingeladen sind gerade auch Familien, was bei der Preisgestaltung berücksichtigt wurde. Die Veranstaltung findet am 29. und 30. Januar 2000 in Freising bei München statt. Die Anmeldung läuft über Gudrun Steineck von der AÖK in Murnau.

     

    Das Leitungsteam

    In Augsburg wurde eine siebenköpfiges Leitungsteam bestimmt. Rosmarie und Prof. Dr. Rudolf Lauber sind für die Koordination und als zentrale Ansprechpartner verantwortlich. Die Initiatoren des ‚Netz' stammen aus Weil der Stadt bei Stuttgart und sind im Leitungsteam der ‚Tage für konfessionsverschiedene Paare' in Neresheim/Dornstadt, sind auf Kirchentagen und im internationalen Austausch aktiv. Nicole und Dr. Bertram Huber aus Backnang übernehmen die Herausgabe von Informationsmaterial. Gudrun Steineck aus Murnau in Bayern ist als Vorsitzende der AÖK Ansprechpartnerin für den Kontakt zu den Konfessionen und anderen offiziellen Stellen. Beate und Jörg Beyer aus Tübingen übernehmen die Bereiche Theologie und Öffentlichkeitsarbeit. Die katholische Religionspädagogin und der evangelische Theologe sind Autoren des Buches "konfessionsverbindende Ehe" und seit vielen Jahren bundesweit als Referenten tätig. Hinter dem ‚Netz' steht eine Interessensgemeinschaft von derzeit etwa 60 Betroffenen aus allen Teilen Deutschlands.

     

    Die Arbeitsgemeinschaft Ökumenischer Kreise

    »Als Sammlungsbewegung aller ökumenisch engagierter Christen wollen wir ein sichtbares und konkretes, kirchlich und gesellschaftlich erfahrbares Zeichen der Einheit des Leibes Christi sein. Wir rufen deshalb alle ökumenisch engagierten Gruppen und Einzelpersonen zur Kontaktaufnahme und Mitarbeit auf.« Mit diesem Anspruch vertritt die AÖK seit 1969 ökumenische Basisgruppen. Mit der ökumenischen Initiative arbeiten unter anderem folgende Gruppen zusammen: Gruppen der ‚action 365', die Aktion »Neu Anfangen«, Arbeitskreise konfessionsverbindender Ehen, die Dr. Kurt Hellmich Stiftung zur Förderung ökumenischer Theologie, ökumenische Arbeitskreise, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, lokale und regionale ACKs, die Herrnhuter Brüdergemeine, ökumenische Bibel- und Gesprächskreise, Initiativen der ökumenischen Jugend- und Frauenarbeit, die Una Sancta München und der Weltgebetstag. Seit 1982 ist die AÖK offiziell ständiger Gast in der Bundes-ACK. Ein Aufbruch entstand durch die Bildung des Vereins 1990 und die Zuerkennung des Beobachterstatus auch in der neuen ACK Deutschland nach der Wiedervereinigung.

     

    Mögliche Aktivitäten

    Im Rahmend der AÖK will das ‚Netz' konfessionsverbindender Paare und Familien eine Anlaufstelle und Informationsquelle für konfessionsverschiedene Paare und Familien sein. Dazu werden Handreichungen und Empfehlungen herausgeben, um Betroffenen Hilfestellung zu geben. Dies geschieht etwa bei der Trauung, Taufe der Kinder, Erstkommunion, Firmung bzw. Konfirmation, und für die gemeinsame religiöse Praxis in Ehe und Familie. Theologische Schriften und Dialogergebnisse der Kirchen sollen bekannt machen, insbesondere zur Frage der Gastfreundschaft bei Abendmahl und Eucharistie. Das ‚Netz' will Seminaren und Tagungen für konfessionsverschiedene Paare und Familien, besonders auch zur Ehevorbereitung, anbieten und Anregungen und Hilfestellung für Seelsorger und Seelsorgerinnen zu Fragen der konfessionsverschiedenen Ehe geben. Über die Arbeit in Deutschland hinaus plant das ‚Netz' eine internationale Vernetzung mit vergleichbaren Initiativen in anderen Staaten, die teilweise schon seit Jahrzehnten bestehen, beispielsweise in England, Frankreich und Österreich.

     

    Adressen:

    Netz konfessionsverbindender Paare und Familien

     

    Koordination:

    Familie Lauber

    Sudetenstr. 22

    71263 Weil der Stadt

    T: 07033/529990

    F: 07033/529991

    R.Lauber@t-online.de

     

    Öffentlichkeitsarbeit:

    Familie Beyer

    Spelterweg 1

    72072 Tübingen

    T: 07071/763421

    F: 07071/763422

    mail@oekumene.net

    oekumene.net

     

    Eine Initiative in der AÖK e.V.

    Vorsitzende

    Gudrun Steineck

    Alpenstr. 6

    82418 Hofheim/Post Murnau

    T: 08847/6141

    F: 08847/6075

     







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