Konfessionsverbindende Ehen und Familien sind kein Problem - Sie sind die Lösung

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  • Katrin und Peter Hassel

    Katrin (geb. 1954, ev.-luth) und Peter (geb. 1952, röm.-kath.) Hassel

    Steckbrief:

     

    Peter, geboren 1952 und katholisch getauft und erzogen

    Katrin, geboren 1954 und evangelisch-lutherisch getauft und erzogen

     

    Geheiratet 1978, vier Kinder:

    Tochter 1980 geboren und evang. getauft,

    Sohn 1982 geboren und katholisch getauft,

    Sohn 1984 geboren und evang. getauft,

    Sohn 1987 geboren und katholisch getauft

     

    Eheschließung

    Nachdem wir uns im Studium in einer überkonfessionellen Hochschulgruppe (SMD) kennen gelernt haben und in der dortigen Arbeit auch Schwung und Hoffnung in der Ökumene erlebten, fand unsere Trauung ebenfalls unter diesen Vorzeichen statt: In einer evangelischen Kirche mit Predigt vom ev. Pfarrer wurden wir nach katholischem Ritus getraut (der kath. Pfarrer bracht extra einen geweihten Stein mit) und erlebten eine Conzelebration, bei der beide Pfarrer im Chor die Einsetzungsworte sprachen und jeweils an einer Seite des Altars zum Abendmahl bzw. dem Empfang der Kommunion einluden. Jeder Teilnehmer konnte dahin gehen, wo er wollte.

     

    Religiöse Alltagspraxis

    Zu Beginn unserer Ehe sind wir immer abwechselnd in die Messe oder den evang. Gottesdienst gegangen und haben uns bewusst für Gemeinden entschieden, die in demselben Sprengel liegen, um an ökumenischen Veranstaltungen teilnehmen und mitarbeiten zu können.

    Über zwei Wahlperioden waren wir im Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand aktiv.

     

    Taufe

    Keiner von uns wollte bekenntnismäßig als Solitär in der Familie leben. So haben wir uns entschieden, unsere Kinder abwechselnd in der Konfession evang. und kath. taufen zu lassen und sie in der Erziehung jeweils bei einem der Partner zu beheimaten, ihnen aber gleichzeitig auch die jeweils andere Konfession nahe zu bringen. Jetzt, wo sie erwachsen sind, fühlen sie sich aber traditionell doch in „ihrer“ Konfession zu Hause.

     

    Bereicherung

    Für uns als Familie war es ein Gewinn, Kommunion-, Konfirmation- und Firmvorbereitung miterleben und gestalten zu können. Ebenso bereichernd ist es immer noch, die Atmosphäre einer bestimmten Gemeinde mit zu erleben (z.B. liturgische Feiern in der kath. Gemeinde, den angebotenen Blick in die Weltkirche oder aber das Selbstverständnis in der ev. Gemeinde, dass alle am Priestertum teilhaben, es also keine „Laien“ gibt und einen diskussionsorientierten Glauben).

     

    Reibungspunke

    Das größte Problem ist und bleibt die Verweigerung seitens der kath. Amtskirche, auch Gläubige aus anderen Konfessionen zur Eucharistie einzuladen bzw. es ihren Gläubigen zu gestatten, bei anderen teil zu nehmen (theologischerseits wohl zu überwinden…) Es ist und bleibt ein Ärgernis, dass unsere Praxis, zusammen zum Abendmahl und Kommunion zu gehen, nur inoffiziell geduldet wird.

    Außerdem: Konfessionelle Spezialsprache baut immer wieder Barrieren auf (z.B. Bist du wiedergeboren?)

    Erfahrungen mit Pfarrern / bzw. Gemeinde

    Die Ökumene vor Ort ist ziemlich abhängig davon, ob die „Chemie“ zwischen den beiden Amtsträgern stimmt.

    Die Gemeinden haben wir zeitweise als gleichgültig gegenüber der Ökumene und den Problemen konfessionsverbindender Paare erlebt.

    Es tut gut, einen Austausch mit anderen Familien in ähnlicher Situation zu haben.

     

    Zum Weitergeben

    Schaut, dass ihr eine Kraftquelle für euch habt, wenn die Gemeinden das nicht leisten können (z.B. das Netzwerk oder Anschluss an Kommunitäten oder einfach andere Familien). Es braucht einen langen Atem, wenn man in zwei Konfessionen verwurzelt bleiben will.

     







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