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Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder - Schafft Recht und Gerechtigkeit - Aber wie?

Predigt über Amos 5,21-24 am 5.3.00 in Bernhausen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen

 

Predigttext Amos 5,21-24

Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören! Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

 

Kanzelgebet

Herr tue meine Lippen auf,

lass meinen Mund Deinen Ruhm verkündigen

Herr, lass uns hören, wie die Jünger

 

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,

was steht eigentlich in unserem heutigen Predigttext? Lassen wir ihn so an uns heruntersäuseln, aus distanzierter Betrachtung mit dem Kommentar: Damals herrschten andere Verhältnisse als heute? In der Tat: Eine Art Sklaverei, die zur Zeit Amos in Israel wieder Praxis wurde, gibt es bei uns nicht. Und doch - wenn wir sehen, dass wir beinahe eine Woche brauchen, um zu entscheiden, dass drei menschenrettende Hubschrauber ins afrikanische Überschwemmungsgebiet kommen - ist das Recht und Gerechtigkeit? Wenn wir sehen, dass bei uns Eltern die Windelpakete haben, während Kinderlose Aktienpakete haben - sind das Recht und Gerechtigkeit? Wenn wir sehen, dass in einer wert- und ziellosen Gesellschaft die Gewalt an den Schulen zunimmt. So sehr, dass die weniger aggressiven Schüler schon einander im Kämpfen trainieren, weil selbst in Grundschulen in eher ländlicher Umgebung Tritte gegen den Kopf eines auf dem Boden liegenden Kindes gängig sind - ist das Recht und Gerechtigkeit?

 

Wenn wir unseren heutigen Predigttext auch für uns ernst nehmen - und wir haben als Christen in Angesicht der Heiligen Schrift allen Grund dazu - dann sollten auch wir unseren Gottesdienst beenden und Gerechtigkeit schaffen. So schwer kann das doch nicht sein. Wir müssen nur unsere Anstrengungen verdoppeln.

 

AMEN

 

Wir singen gemeinsam: 419 Hilf Herr meines Lebens.

EG 419 Hilf Herr meines Lebens (alle Strophen)

 

Predigt:

"Als wir das Ziel aus den Augen verloren, verdoppelten wir unsere Anstrengungen." So schreibt es der Spötter Bert Brecht. (Nach anderen Quellen, die ich inzwischen gefunden habe, ist es Mark Twain) Und in der Tat: Gerade wir Christen haben in Geschichte und Gegenwart die Ziele Recht und Gerechtigkeit immer wieder aus den Augen verloren.

 

- Ach wenn es doch nur so einfach wäre, wie es uns mancher Aktionismus lehrt.

- Ach wenn es doch nur so einfach wäre, wie es sich die Resignierten unter uns machen.

- Ach wenn es doch nur so einfach wäre, wie es sich mancher Fromme macht, der mit beiden Beinen fest in der Luft steht und seinen Blick sosehr im Jenseits hat, dass er die Leiden in dieser Welt schlicht übersieht.

 

Doch was ist nun Gerechtigkeit? Ist es gerecht, wenn die NATO Bomben auf Serbien wirft und damit die Bevölkerung in unsägliche Leiden stürzt, sie für ihren Herrscher bestraft? Oder - wäre es gerechter gewesen, weiter bei allem zuzuschauen, humanitäre Unterstützung zu schicken und an die Gerechtigkeit zu appellieren? Zu appellieren in dem Wissen, dass dies doch nicht hilft und so den Kosovo auszuliefern. Und den Diktatoren dieser Welt zu bestätigen, dass Frechheit, dass Gewalt siegt? Oder wäre es gerecht gewesen, zu sagen: Man hätte doch alles ganz anders machen müssen, jetzt ist es eh zu spät. Schaut weg.

 

Was ist nun Gerechtigkeit, wenn Politiker Gefälligkeiten annehmen, bestechlich sind oder gegen grundlegende Spielregel der Demokratie verstoßen und lügen? Aber können wir überhaupt Gerechtigkeit fordern, wenn sie zugleich doch etwas tun, was jeder tut? Denn die Wahrheit ist längst eine Beliebigkeit in unserem gesellschaftlichen Alltag, gegenüber dem Finanzamt, dem Arbeitgeber, dem Arbeitnehmer, dem Ehepartner, den Eltern, den Kindern. Und- ich weiß nicht, wie es Euer Pfarrer Oberman handhabt - selbst die meisten Pfarrer sind froh, wenn sie Spenden für eine schwarze Kasse erhalten: Eine Kasse, mit der sie unbürokratisch helfen können, wo Satzungen und Vorschriften, soziales Netz und Diakonie versagen. Und doch: Die Geschehnisse in Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und anderswo, die die Nachrichten belagern und uns bedrücken, sind - und das sage ich auch von der Kanzel - eine Schweinerei und ein Anschlag auf die Demokratie.

 

Was ist Gerechtigkeit, wenn sich vor, bei oder nach einer Trennung die Partner die schmutzige Wäsche um die Ohren hauen, jeder mit einer im seelsorgerlichen Gespräch nachvollziehbaren Leidensgeschichte? Der Mann bleibt zurück als Zahlmeister, die Frau ist mit Beruf und Kind völlig überfordert und ausgelaugt und die Kinder brauchen erst einmal eine Therapie, um die Situation auch nur irgendwie innerlich zu überleben. Und jeder Beteiligte versichert trotzdem, dass es nicht zu ertragen war, trotz glaubhaft versichertem guten Willen. Was ist hier Recht und Gerechtigkeit?

 

Was also ist Gerechtigkeit? Was ist Recht? Ist es nicht letztlich eine Beliebigkeit, in der sich jeder sich selbst als Opfer sieht und die anderen oder die anonyme Gesellschaft, die Politik, die Arbeitgeber, die Gewerkschaften, die Ökos, die Umweltverschmutzer, die Pfarrer, den Papst, die Ungläubigen, die Muslime, die Amis, die Russen, die Deutschen, die Weißen, die Schwarzen, die Armen, die Reichen, den Rechtstaat, den Unrechtsstaat, die Wessis, die Ossis alle als Täter sieht - nur nicht sich selbst? Ist diese Sichtweise nicht letztlich der Irrsinn, der den Begriff der Gerechtigkeit zur Perversion macht?

 

Oder ist jede in Form gegossene, zuverlässige Ordnung Recht, etwa wenn Aktiengewinne nach verstreichen einer Frist steuerfrei sind, während derjenige, der jede Nacht in einer Gießerei schweißgebadet am Hochofen steht, ein Drittel seines Lohns als Steuer abführen muss? Damit ist erst einmal nichts gegen Aktien gesagt, sondern etwas gegen die Art der Verteilung gesellschaftlicher Lasten. Sind Paragrafen Recht, nach denen eine größere Familie mit Sozialhilfe besser dasteht, als mit schlecht bezahlter Arbeit? Und - um es gleich hinzuzufügen - die Antwort, die Sozialhilfe sei zu hoch, ist angesichts der Situation der meisten betroffenen Familien Zynismus.

 

So stellt die drastische Aufforderung des Amos die Frage nach den Maßstäben für Recht und Gerechtigkeit, nach den Grundlagen. Immer wieder setzt in diese Zeit Gottes gute Ordnung, die er seinem Volk gegeben hat, einmalige Zeichen, die in ihrer Zeit ihresgleichen suchen, etwa mit dem Sabbat, dem ersten wöchentlichen gesetzlichen Feiertag in der Geschichte. Oder mit Regeln, die Hunger und Fremdenhass verhindern sollen. Oder Gesetze, die sicherstellen, dass niemand durch Überschuldung für den Rest seines Lebens oder gar über Generationen hinweg alle Chancen verlieren darf. Oder die Maßstäbe dieser Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit Gottes, der sich auch ein König zu unterwerfen hat. All dies wurde zur Zeit von Amos gebrochen durch ein selbstherrlich gewordenes Volk, dass in nationalem Größenwahn die gute Ordnung Gottes vergaß. An dieses Volk richtet Amos Gottes Wort:

 

Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören! Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

 

Die Ablehnung des Gottesdienstes ist dabei nicht grundsätzlich, sondern sie steht genau unter den genannten Maßstäben: Gottesdienst darf kein Fluchtraum sein, um der Rechtlosigkeit und Ungerechtigkeit durch verträumte Äußerlichkeiten zu entgehen. So bleibt die Frage nach den Maßstäben, die wir in Verantwortung vor Gott in diese Welt einzubringen haben, damit Recht und Gerechtigkeit strömen können. Eine Grundfrage, die sich durch die ganze Bibel zieht ist die Frage: Auf welchen Weg weist uns Gott? Es ist der Weg des Glaubens, des bedingungslosen Gottvertrauens. Bei der Frage nach Recht und Gerechtigkeit heißt sie aber im speziellen: Wer ist eigentlich das Opfer? Denn Gott steht auf der Seite der Opfer - und nicht jeder der sich für ein Opfer hält, ist auch eins, was die politischen Geschehnisse der letzten Monate bewiesen haben. Eine zweite Frage lautet: Was folgt aus meiner Liebe zu Gott und allen Mitmenschen, die darauf beruht, dass ich mich von Gott geliebt weiß? Denn das ist ja im Doppelgebot der Liebe, sozusagen das Grundgesetz der Bibel. Was folgt daraus, dass ich so geliebt bin, dass das Opfer am Kreuz einen Sinn hat und die Grundlage meines Lebens ist? Eine dritte Frage ist: Welche Folgen hat mein Tun? Denn nicht Gutmenschtum oder guter Wille sind gefragt, sondern kompetentes Nachdenken von Christen, aus dem sich ein zielorientiertes Handeln ableitet - und kein Aktionismus, der fehlende Ziele durch doppelten Einsatz ersetzt.

 

Dieses Handeln weiß aber immer um seine Vorläufigkeit. Denn alle Verantwortung, aller guter Wille, alles Wissen um die Liebe Gottes bewahrt uns nicht vor Fehlern. Wir handeln aber aus dem Wissen, dass Gott zu demjenigen, der ihm vertraut, JA sagt. Ja sagt mit all seinen Fehlern. So können und dürfen wir in Verantwortung vor ihm glauben, denken, handeln, damit Recht und Gerechtigkeit fließen.

 

Wie kann aber ein unabhängiger christlicher Weg zu Recht und Gerechtigkeit aussehen? In der Gesellschaft heißt das gerade in diesen Tagen, dass wir uns auch in der Politik zu Wort melden, ob innerhalb oder außerhalb der demokratischen Parteien. Die brennendste Frage ist heute die der Globalisierung. Wir brauchen eine globale Sicht der Dinge, vor allem im Sinn weltweiter Spielregeln für Recht und Gerechtigkeit. Bevölkerungsexplosion, Hunger, Umweltzerstörung sind allemal Anlass dazu. Hier sind aber zielgerichtete Regeln gefragt und nicht nur ein ‚Alles ist erlaubt', bei dem nur die Stärksten gewinnen, während alle anderen auf der Stecke bleiben. Einer meiner Kunden, für den ich in der Unternehmensberatung eine Pressekonferenz vorbereitet habe, der für über eine Milliarde DM Umsatz verantwortlich ist, ließ vor einigen Tagen am Rande einer Pressekonferenz halboffiziell durchblicken, dass er mit größter Sorge die Folgen dieser Entwicklungen für die Gesamtgesellschaft sieht. Dies gilt insbesondere für alle diejenigen, die das Turbo-Tempo der gesellschaftlichen Entwicklung und die - auch für mich faszinierende - Internetwelt nicht verstehen, nicht aushalten, nicht mitmachen können. Ich kann meinen Respekt nicht verhehlen, dass ein Mann in dieser Position so offen seine Ratlosigkeit bekennt und nicht wie viele andere gebetsmühlenhaft fatalistisch ‚Globalisierung' vor sich hinlallt.

 

Denn der Prozess der Globalisierung ist für die Maßstäbe Recht und Gerechtigkeit längst außer Kontrolle geraten. In einem Wettbewerb der Effizienz und der Niedrigpreise zwingt Ford VW zur Rationalisierung, weshalb VW Druck auf die Zulieferer macht und damit Opel unter Druck setzt. Die lassen sich neue Produktionstechniken einfallen und setzen wiederum Ford unter Druck. Der Kreis schließt sich, die Aktienkurse als einzig relevantes Barometer steigen.

 

Das gilt auch beim Wettbewerb der Niedriglöhne: China drückt mit Kinderarbeit und fest eingeplanten Gefangenenlagern auf die Löhne und fordert deshalb die Abschaffung der UN-Menschenrechtscharta. Und die USA drücken die Preise durch ein sozialpolitisches Horrorszenario, bei dem ein zweistelliges Millionenheer von Menschen im reichsten Land der Erde nicht satt wird. Gleichzeitig wird es Wachstum auf ewig ebenso wenig beim Welt-Bruttosozialprodukt geben wie an der Börse. Das soziale Fiasko ist vorauszusehen, die Haiders und ihre rotlackierten populistischen Gegenspieler, die Gysis, können sich schon einmal die Hände reiben. Doch die Vergangenheit der Konzentrationslager sind uns ebenso ein Mahnung, wie die Erfahrung, die der polnische Schriftsteller Stanislaw Lem in die Worte fasst: »Die Tragik des 20. Jahrhunderts liegt darin, dass es nicht möglich war, die Theorien von Karl Marx zuerst an Mäusen auszuprobieren.«

 

Wirtschaft muss sein. Was dabei herauskommt, wenn ideologischer Dirigismus herrscht, das haben wir jenseits der Berliner Mauer gesehen. Eine funktionierende, marktwirtschaftliche Volkswirtschaft wird von Amos nicht in Abrede gestellt, sie war vor 2800 Jahren Grundlage jedes Staats der Israeliten. Aber wer Wirtschaft zum alleinigen Maßstab macht und sie nicht - soweit menschenmöglich - unter Recht und Gerechtigkeit stellt, der endet schnell beim Tanz ums goldene Kalb. Ein Tanz, den der Deutsche Aktienindex uns täglich vor Augen führt. Es kann schlicht und einfach volkswirtschaftlich nicht sein, dass sich der Wert der Börsenunternehmen seit Anfang 1995 vervierfacht, während das Brutto-Inlandsprodukt um weniger als 10% gewachsen ist. So scheint der Dax eher der Ausdruck einer globalen Poker-Partie zu sein, bei der irgendwann - ich fürchte bald - die Rechnung präsentiert wird.(Der DAX stand am Tag nach dieser Predigt bei 7976, der NEMAX bei 9240)

 

Um nicht nur zu analysieren: Was können wir Christen tun. Kurze Beispiele können sicher keine kompletten Lösungsentwurf bieten. Sie zeigen aber, dass durchaus unsere kompetente Kreativität gefragt ist: Wir sollten beispielsweise überlegen, ob nicht eine Möglichkeit darin bestehen, dass Christen aller Konfessionen Europa stärker zur Einheit drängen, weil nur ein vereinigtes Europa eine Chance gegen den Terror von Rechtlosigkeit und asozialen Gesellschaftssystemen bietet. In diesem Europa muss der Grundsatz gelten, das die - höchst spekulative Entwicklung - der Aktienkurse nicht der alleinige Wertmaßstab der Gesellschaft sein kann.

 

Bei uns in Deutschland muss das Urteil des Verfassungsgerichtes beachtet werden, das eine drastische Erhöhung der Unterstützung von Familien mit Kindern fordert, auch wenn dies mehr und nicht weniger Staatskosten für Kinderlose bedeutet. Damit darf kein Urteil über Kinderlose verbunden sein. Es gibt viele Gründe. Es geht vielmehr um die Frage der Gerechtigkeit angesichts der Leistungsfähigkeit. So kann dasselbe Ehepaar mit Kindern ein Fall für die Sozialhilfe sein, während es ohne Kinder durch weniger Kosten und mehr Zeit zum Geldverdienen für einmal jährlich Mallorca reicht. Und es müssen Regeln bei Sozial- und Arbeitslosenhilfe eingeführt werden, die dafür sorgen, dass von jeder zusätzlich selbstverdienten Mark auch etwas übrigbleibt.

 

Oder um ein anderes Beispiel aus dem Feld Recht und Gerechtigkeit zu aufzugreifen: Wie wäre es, einen Paragrafen ‚Anstiftung zur Abtreibung aus materiellen Gründen' einzuführen. Denn allzu oft geschehen Abtreibungen, weil eine Frau von Mann und Familie aus materiellen Gründen unter Druck gesetzt wird. Das ändert nichts an der Tatsache, dass es für Christen eine Frage von Recht und Gerechtigkeit ist, für eine angemessene Form der Verhütung zu sorgen, immer in dem Wissen, das jede Verhütung im Ernstfall versagen kann. Wer hier leichtfertig handelt, der geht im Ernstfall im Bett über Leichen.

 

Dabei darf sich eine solche christliche Realpolitik auch vorwerfen lassen, sie sei unrealistisch. Ohne den Mut jener Unrealisten gerade unter den Christen in der DDR stände die Mauer heute noch, würden heute noch Menschen wie die Tontauben abgeschossen, nur weil sie dem Allmachtsanspruch einer Ideologie entkommen wollten.

 

Doch was hat das mit uns Einzelnen zu tun, mag mancher fragen. Ich kann ja doch nichts ändern! Wäre es nicht angebracht, jedem eine kleine Aufgabe für zuhause mitzugeben, etwa in der Familie die Hausarbeit gerechter zu verteilen. Gewiss. Doch gerade diese Einstellung war nur zu oft der beste Mitarbeiter von Rechtlosigkeit und Ungerechtigkeit: Abtauchen und Ruhe geben.

 

So bleibt der christliche Weg in der Gesellschaft: Ratlosigkeit eingestehen, glauben, denken, handeln, auch als Einzelner: Gott sei Dank, wir dürfen das in der Demokratie und es ist unsere Christenpflicht. Und wir müssen dabei nicht perfekt sein. Denn Gott hat seine Vergebung, seine Gnade längst geschenkt, auch da wo wir Fehler machen. Wir müssen nicht alles alleine auf den Schultern tragen. Wir sind Teil jenes Volkes Gottes, das seit den Zeiten am Sinai, seit den Zeiten des Amos, seit der Zeit Jesu Christi unterwegs ist und dessen Last letztlich von Gott mitgetragen wird. Wir sind Teil eines Volkes, das von dieser Welt nicht alles Heil für sich selbst erwarten muss und das deshalb in dieser Welt im Namen Gottes heilen kann und soll. Denn er gibt in der Auferstehung Leben über diese Welt hinaus. So können wir auch Ratlosigkeit ertragen ohne zu resignieren, denn das Kreuz hat nicht das letzte Wort.

 

Unser Herr Jesus Christus schickt uns deshalb auf den Weg, damit wir für Gottes Recht und seine Gerechtigkeit kämpfen und wahren Gottesdienst feiern. Gottesdienst, in dem uns Gott durch seinen Heiligen Geist Wegweisung und Kraft gibt. Dieser wahre Gottesdienst lädt zu Recht und Gerechtigkeit ein, weil er Gott glaubt, dem wahren Herrn in dieser und der kommenden Welt vertraut, der in Leben, Tod und Auferstehung Jesu Christi sein Recht und seine Gerechtigkeit gezeigt hat. Öffnet Euch für diesen Gott, damit ihr aus seiner Kraft und Vergebung zu Mitglaubenden, Mitdenkenden und Mittätern von seinem Recht und seiner Gerechtigkeit werdet.

 

AMEN

 


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