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Der Areopag hat keinen ISDN-Anschluss: Was ist wichtig bei der Weitergabe des Glaubens an den dreieinigen Gott.

Predigt über Apostelg. 17,16-31 gehalten am 18.6.2000 (Dreieinigkeitsfest) in Bernhausen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen

 

"Wir glauben an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist." Wir haben es im Glaubensbekenntnis bekannt. Und dieser Satz steht heute voll und ganz im Mittelpunkt eines Festes, das viele Menschen, ja viele Christen an ihrem Verstand zweifeln lässt. "Die Christen müssen ja Probleme haben, dass sie über so etwas nachdenken, dass sie einer solchen wirren Theologelei einen eigenen Tag widmen", so schreit es uns der Zeitgeist lautstark ins Gesicht. Und in der Tat: Wenn ich an die vielfältigen theologischen Werke denke, die sich auf Hunderten oder gar Tausenden von Seiten über die Dreieinigkeit auslassen, dann bleibt die Frage: Glauben wir an Gott oder an eine Denksportaufgabe.

 

Doch wenn wir von der Dreieinigkeit reden, davon, dass uns der eine Gott in drei völlig getrennten Weisen, Existenzen, Personen gegenübertritt, dann müssen wir nicht in der Unendlichkeit denkerischer Spekulation versacken. Wir können mit recht einfachen Worten Bibel und Bekenntnis nach buchstabieren und trotzdem erkennen, dass Gott so unendlich viel größer ist, als wir. Deshalb werden wir ihn immer nur bruchstückhaft erkennen und verstehen, bis wir ihm end-gültig begegnen. Könnten wir Gott mit unserem Verstand begreifen, so wäre dies der Beweis, dass er Abbild unseres Denkens ist und nicht Anfang und Ende von allem, was da ist. Und doch: Das Wort ist eine klare, einfache Botschaft. Und doch: Er begegnet uns als der "Ich bin der ich sein werde" um den alttestamentlichen Namen JHWH aufzugreifen. So können wir durchaus mit einfachen Worten über die Dreieinigkeit reden:

 

Als meine Frau und ich bei der Vorbereitung zur Erstkommunion unseren ältesten Sohn Janosch fragten, was er unter Vater, Sohn und Heiligem Geist versteht, antwortete er: Vater, das ist eine liebe Macht, Jesus ist sein Sohn und der Heilige Geist ist wie ein Faden dazwischen. Natürlich: da fehlt einiges. Der Geist ist auch - um im Bild zu bleiben - ein Faden zu uns. Und - Gott kann auch eine sehr strenge, sehr ferne Macht sein! Aber vielleicht ist es gerade die Einfachheit des Kindermundes, die uns Nähe zu Gott schenkt, die Einfachheit mit grenzenlosem Erstaunen verbindet. So möchte ich an dieser Stelle zusammenfassen: An diesem Tag und in unserem nachdenkenden Glauben tun wir gut daran, Gott gleichermaßen im strengen, mächtigen, fernen Vater zu suchen. Wir tun gut daran, ihn im nahen, gnädigen, gerechten Jesus Christus zu suchen, in dem Gott ganz Gott geblieben und doch Mensch geworden ist. Und wir dürfen mit seinem Geist rechnen, der uns lebendig macht, der uns jubeln lässt, der uns den Glauben schenkt, damit wir bekennen können: Ich glaube Gott, den Vater, Sohn und Heiligen Geist. Wo wir diesen Glauben an die Dreieinigkeit ernst nehmen, da werden wir vor einer Gefahr bewahrt: In Gott nur den strengen, fernen zu sehen, wie es gerade früher in gläubigen Kreisen üblich war. Wir werden davor bewahrt, in Gott nur das liebe Jesulein in Windeln oder den Sozialrevolutionär zu sehen. Und wir werden davor bewahrt, als schwärmerische Charismatiker zu vergeistigen und zu vergessen, dass uns Gott erst einmal in diese Welt gestellt hat.

 

Dieses Gottesbekenntnis sollen wir aber auch weitergeben, diesen Gott wollen wir glauben, bekennen, leben. Fragt sich nur noch: Wie können wir einladen? Wenn ich mir die Antworten unserer Zeit ansehe, dann möchte ich der Idee des katholischen Religionspädagogen Ottmar Schnurr folgen, der vor zwanzig Jahren einmal den Vergleich mit der damals so modernen nouvelle cuisine und der christlichen Verkündigung gewagt hat. Die nouvelle cuisine ist längst Schnee von gestern. Heute ist wohl eher Kochen als Event gefragt.

 

Omas Kochbuch, das meine Mutter aufbewahrt hat, kennt keinen aufwendigen Vierfarbendruck, es enthält keinerlei Abbildungen und es umfasst trotzdem zwei ganz dicke Bände. Mancher Fettfleck gibt ein griffiges Zeugnis vom häufigen Gebrauch seit vielen Jahrzehnten. Das Studium der Rezepte in Omas Kochbuch irritiert den ernährungs- und kalorienbewussten modernen Menschen. Die Rezepte beginnen stereotyp mit den Worten: "Man nehme. . ." Und stand im Kochbuch "man nehme . . .", dann nahm Oma auch Eier, Zucker, Butter, Sahne... Der Ernährungswissenschaftler wird von Schaudern erfasst, denn zwischen den Seiten lagern Kalorienbomben mit Zeitzünder.

 

Oma besaß keine teflonbeschichtete Pfanne. Ihre schwere, gusseiserne Pfanne rieb sie mit Schweineschmalz ein, um ein Anbrennen zu verhindern, im Sauerkraut verborgen lag ein fettes Stück Bauchspeck, das dem Kraut erst den richtigen Geschmack gab. Auf dem Kartoffelbrei dufteten in Fett geröstete Zwiebelringe, die Nudeln wurden abgeschmelzt, der Schweinebraten glänzte bräunlich fett. Der dampfende Teller Suppe eröffnete die Mahlzeiten. Beim Kuchenbacken verfuhr Oma nach dem alten Kinderreim: "Wer will guten Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen, Eier und Schmalz, Butter und Salz, Milch und Mehl, Safran macht den Kuchen geel." Schon Stunden vor der Essenszeit durchzog ein wundersam bezaubernder Duft das Haus.

 

Selbstverständlich lebten die Menschen zu Omas Zeiten in anderen Verhältnissen als die Menschen am Anfang des neuen Jahrtausends. Noch arbeiteten die meisten Menschen körperlich sehr hart, so dass sie die Kalorien nicht zu fürchten brauchten sondern sie dringend brauchten. Und Papier war teuer, es gab keine ausgefeilten Vierfarbdruck-Techniken, von der Bücherüberschwemmung ganz zu schweigen. Und: Satt sein war nicht selbstverständlich.

 

Wer heute in jeder einigermaßen gut sortierten Buchhandlung mit Kochbüchern beinahe erschlagen wird, der muss im Vergleich erkennen, dass die Sättigung überhaupt keine Rolle mehr spielt. Viele Bilder und wenig Text zeigen, dass vielerlei drumherum zählt: Essen ist zum ganzheitlichen Event, zum alle Sinne berührenden Ereignis geworden: Die Farbe der Teller muss zur Farbe des Essens passen. Die Mahlzeit wird fein säuberlich drapiert. Das Dekor ist raffiniert. Die Vorspeise wird in einem Glasschälchen farblich abgestimmt dargeboten, mit einem Sträußchen Petersilie keck garniert. Das graue Stückchen Rindfleisch auf silbernem Tablett ist umrahmt vom Gelb der mitgekochten Möhren, vom gedämpften Grün eines Lauchstengels und dem matten weiß zerkochter Zwiebeln. Das satte Grün des Salates spiegelt sich im Silber der Alufolie, aus der mit einem Löffelchen die Kartoffel gegessen wird. Der halbe Apfel, unnatürlich rot, liegt auf grüner Serviette in einem Desserttellerchen. So wird also durch raffiniertes Dekor und farbenprächtige Garnierung das Nichts zum Ereignis aufgepeppt. Sind die Nährwerte auch minimal, so schwelgt das Auge um so mehr. Doch meist sind obendrein die Möhrchen fade, das Lauchstengelchen schmeckt nach Chemie und das Fleischstückchen nach nichts, denn es ist Fast-Food aus dem Supermarkt. Wer hat noch Zeit, zum Metzger und zum Wochenmarkt zu gehen? Schnell und einfach muss es sein: So ist auch neben jedem Rezept abgebildet, wie viele Minuten man für die Reproduktion dieses ganzheitlichen Erlebnisses braucht.

 

Doch die Krönung ganzheitlichen Essens sind wohl bald professionelle Gastronomie-Ereignisse: Essen mit allen Sinnen ist gefragt. Man betritt einen mit Duftlämpchen geschwängerten Raum. Der Inhaber nimmt einen erst einmal freundlich in den Arm, um zu zeigen, wie kundennah er ist. Und ein Stehgeiger, der Hipp-Hopp spielt, verkürzt die Wartezeit, während Feuerschlucker und Jongleure so richtig Eventatmosphäre aufkommen lassen. Das Porzellan stammt aus einem Museum, ist echt Barock, während vor dem Essen von einer ausgebildeten Krankengymnastin die Schultern massiert und Tipps für den anatomisch richtigen Gebrauch von Messer und Gabel gegeben werden. Ein vergoldeter Zahnputzbecher steht bereits neben dem Essen, um einen Zuschuss von der AOK zu bekommen. Ein Tusch kündigt das Eintreffen der Hauptspeise an, während im Hintergrund Chorusgirls tanzen. Und so merkt schließlich niemand, dass die Hauptspeise rasch vom benachbarten McDonalds gebracht wurde, weil das Personal so sehr mit Ganzheitlichkeit beschäftigt war, dass die Zeit fürs Kochen einfach nicht gereicht hat.

 

Ihr lacht - zurecht. Doch wenn ich auf unsere heutige Schriftlesung höre, dann erscheinen mir die heutigen Ansprüche an Verkündigung und Gottesdienst in den christlichen Kirchen von einer ebenso starken Ausrichtung am Unwesentlichen geprägt wie jene von mir karikierte Erlebnisgastronomie: Und zwar in modernistischen Kreisen ebenso wie in frommen. Es zählen Ganzheitlichkeit und Event, Spaß und Wohlfühlen - nach Substanz, nach dem oft harten, rauen Brot des Lebens, wird viel zu wenig gefragt. Die Predigt soll eingebettet sein in einen zielgruppenorientierten Gottesdienst, denn regelmäßige Zielgruppengottesdienste sind in, damit sich jeder auf seine Weise wohl fühlt und geistige Nahrung möglichst als angenehmes Breichen in sich hinein schlürfen kann. Fragt sich nur noch, was unter Zielgruppe zu verstehen ist. Also: Ich sehe da das Alter, die musikalische Ausrichtungen, die gesellschaftliche Schicht, das Geschlecht und die theologische Ausrichtung. Das hieße also jugendlicher Gottesdienst für charismatisch Mädchen aus Mittelstandsfamilien mit Vorliebe für Hipp-Hopp um 9:00. Seniorengottesdienst für pietistische Männer aus dem Arbeitermilieu mit Vorliebe für Bach um 9:15. Gottesdienst für sozialorientierte, junge Eltern von unter zehnjährigen Kindern aus der Computerbranche mit Vorliebe für Lobpreislieder um 9:30... Oh Herr, schmeiß Hirn ra!

 

Nichts gegen einzelne Zweitgottesdienste ab und an. Und es ist schön, wenn ein Kirche im Grünen Menschen in die Gottesdienste führt, die sonst nicht dort sind. Doch für viele scheint nicht mehr klar zu sein, dass Kirche und Gottesdienst etwas mit der allumfassenden Gemeinschaft aller Christen zu tun haben. Und der Gedanke, dass in unseren Kirchen und Gottesdiensten gleichermaßen Platz für Orgel und Schlagzeug sein könnte, der scheint für viele völlig absurd zu sein und wäre doch nur Ausdruck von Gemeinschaft.

 

Und natürlich das Drumherum: Man muss ja mit der Zeit gehen. Wer kann denn so etwas wie eine Predigt heute noch ohne Hintergrund-Musik ertragen? Und wenn von Dreieinigkeit die Rede ist, muss natürlich mit einer Beamer-Projektion sofort ein Dreieck auf der Leinwand erscheinen, in dem eine Taube, ein süßes Wickelkindchen und ein alter, tattriger Mann mit Bart zu sehen sind. Und wenn dann im Hintergrund die Chorusgirls tanzen und Räucherstäbchen schwenken, dann wird ja so richtig der Jubel greifbar, der Gottesdienst mit allen Sinnen erfahrbar und die Predigt zur schönen Nebensache, die als ölglattes Breichen herunterflutscht. Bei den Chorusgirls gibt es dann natürlich die fromme und die weltoffenen Version: Bei den Frommen enden die Röcke drei Zentimeter unterm Knie, weil man ja sittsam ist, bei den weltoffenen drei Zentimeter überm Knie, weil man ja nicht körperfeindlich ist.

 

Doch eins ist gemeinsam: Das Wort, das im Anfang war, das - um dies ausdrücklich zu betonen - zu Glauben und Handeln führt, es ist zur Nebensächlichkeit unserer Wohlfühlkultur geworden. Und auch innerhalb der Predigt, im Schulunterricht und bei Veranstaltungen muss alles in Watte gepackt werden, damit der Spaß-Wohlfühl-Event-Charakter auch ja erhalten bleibt. Je mehr Watte, desto besser.

 

Damit sei kein Wort gegen die wortgerechte Nutzung neuer Medien gesagt: Auch Paulus nutzte die Medien seiner Zeit in großer Vielfalt, an Orten und mit Worten, die den Frommen seiner Zeit nicht nur Vergnügen bereitete. Und diese Predig steht auch im Internet und wird per E-Mail verschickt. Aber: Das Wort muss eindeutig und erkennbar sein, gerade, wenn wir zum Glauben an den dreieinigen Gott einladen. Unter dieser Voraussetzung sind die neuen Medien, sind neue Formen sogar Pflicht. Doch wo der Firlefanz des Zeitgeistes zum Mittelpunkt wird, da bleibt nur geistige Nahrung als Event: halbfertig, angegart, ohne Nährstoffe, geschmückt und umrahmt mit Nebensächlichem.

 

In meinem Kopf hat sich eine Fantasie festgesetzt: Angenommen, es hätte zur Zeit von Paulus die heute bekannte Medienvielfalt und das Eventdenken gegeben. Dann hätte sich das Folgende so abspielen können:

 

Paulus ist von Beröa kommend in der Weltstadt Athen eingetroffen. Er wartet dort auf seine beiden Assistenten Silas und Timotheus. Müde und durstig setzt er sich schließlich auf der Agora in ein Straßencafe. Er bestellt einen kühlen, harzig duftenden Retsina und blickt auf das Menschengetümmel eines Arbeitstages in Athen. Paulus gerät ins Grübeln. Jedem ihrer Götter haben die Athener einen Tempel errichtet, sogar dem unbekannten Gott. Ja, sie sind vorsichtig, die Athener. Für Paulus ergeben sich Zusammenhänge, er sieht hierin eine Fügung des dreieinigen Gottes, des Gottes, dem er glaubt.

 

Er bemerkt nicht, dass ein Grieche mittleren Alters an seinem Tisch Platz genommen hat und nun ebenfalls ein Glas Wein vor sich stehen hat. Der Grieche spricht ihn. Paulus erzählt von seiner Arbeit, der Grieche ist interessiert. Als Leiter der Volkshochschule Athen ist er fasziniert von den Ideen des Mannes aus Kleinasien; diesen Philosophen und Theologen möchte er für einen Vortrag in seinem Forum. Als er die Einladung ganz spontan ausspricht, ist Paulus überrascht, aber er stimmt zu. Sie vereinbaren als Termin den folgenden Tag.

 

Als abends Silas und Timotheus eintreffen, erzählt er ihnen von seiner Begegnung. Timotheus ist begeistert. Er wittert seine Chance. Schon lange reist er als Assistent mit Paulus. Er kennt das Thema, er besitzt ausgezeichnete Medien und ein Gespür für wichtige Events, er möchte in Athen eine Gelegenheit erhalten zu zeigen, was er kann, und er möchte es anders machen als sein Lehrer. Schließlich fasst sich Timotheus ein Herz und bittet Paulus, ihn den Vortrag halten zu lassen. Paulus stimmt lächelnd zu.

 

Als sie anderntags zum Areopag gehen, ist dort bereits eine Menge Menschen versammelt. Sie sind neugierig, die Athener. Timotheus und Silas bauen ihre Geräte auf. Per Beamer soll eine aktuelle PowerPoint-Präsentation direkt aus dem Internet eingeblendet werden und die sanft-säuselnde Hintergrundmusik für die zweistündige Talkshow soll direkt per Streaming-Technik aus einer Datenbank übernommen werden.

 

Gerade will Timotheus beginnen, da trifft es ihn wie ein Blitz: Der Areopag hat keinen ISDN-Anschluss fürs Internet. Damit sind die Medien wertlos. Nur das Wort: Das möchte Timotheus den Menschen nicht zumuten. Mit betretener Mine geht er zu Paulus und flüstert ihm etwas ins Ohr. Wieder lächelt Paulus, dann erhebt er sich und beginnt zu reden, wie es uns die Bibel in der Apostelgeschichte berichtet: "Athener, nach allem, was ich sehe, seid ihr besonders fromme Menschen. Denn als ich umherging und mir eure Heiligtümer ansah, fand ich auch einen Altar mit der Aufschrift: EINEM UNBEKANNTEN GOTT. Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch. Gott, der die Welt erschaffen hat und alles in ihr, er, der Herr über Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand gemacht sind. Er lässt sich auch nicht von Menschen bedienen, als brauche er etwas: er, der allen das Leben, den Atem und alles gibt. Er hat aus einem einzigen Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen, damit es die ganze Erde bewohne. Er hat für sie bestimmte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt. Sie sollten Gott suchen, ob sie ihn ertasten und finden könnten; denn keinem von uns ist er fern. Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir, wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: Wir sind von seiner Art. Da wir also von Gottes Art sind, dürfen wir nicht meinen, das Göttliche sei wie ein goldenes oder silbernes oder steinernes Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung. Gott, der über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen hat, lässt jetzt den Menschen verkünden, dass überall alle umkehren sollen. Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird, durch einen Mann, den er dazu bestimmt und vor allen Menschen dadurch ausgewiesen hat, dass er ihn von den Toten auferweckte. Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, andere aber sagten: Darüber wollen wir dich ein andermal hören. So ging Paulus aus ihrer Mitte weg. Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, der Areopagit, außerdem eine Frau namens Damuris und noch andere mit ihnen. Soweit unser Predigttext.

 

Am Abend dieses Tages trägt Timotheus folgendes in sein Tagebuch ein: "Athen. Ich habe heute eine große Chance verpasst. Endlich hätte ich meinem Lehrer beweisen können, was ich kann. Seine Art, Predigten zu halten, passt nicht mehr in die Zeit. Zu sehr verkündigend. Viele haben nach dem Vortrag gelächelt, was mir völlig verständlich ist. Man kann nicht bei einem solchen Publikum mit der Tür ins Haus fallen." Zur gleichen Zeit kniet im Zimmer nebenan Paulus auf der Erde und dankte seinem Gott im Gebet. Er dankt, dass Gott einigen der Zuhörer die Gnade geschenkt hat, durch das Wort zum Glauben zu finden. Durch das Wort, das zum Glauben an Vater, Sohn und Heiligen Geist führt. Durch das Wort, das im Anfang war und das zum Handeln führt. Durch das Wort, das Hoffnung gibt für diese und die kommende Welt.

 

AMEN

 


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