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Kain & Abel - Der zweite Sündenfall: Leben in einer gespaltenen Welt.

Predigt über 1. Mose/Genesis 4,1-16 am 3.2. in der Johannesgemeinde Bernhausen

 

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus! AMEN

 

Der Predigttext nach der Ordnung unserer Landeskirche steht heute im 1. Mose 4, 1 - 16. Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mit Hilfe des HERRN. Danach gebar sie Abel, seinen Bruder. Und Abel wurde ein Schäfer, Kain aber wurde ein Ackermann. Es begab sich aber nach etlicher Zeit, daß Kain dem HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes. Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer, aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick. Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie. Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Laß uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein? Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde. Und nun: Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen. Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hinfort seinen Ertrag nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden. Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Strafe ist zu schwer, als daß ich sie tragen könnte. Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und ich muß mich vor deinem Angesicht verbergen und muß unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird mir's gehen, daß mich totschlägt, wer mich findet. Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, daß ihn niemand erschlüge, der ihn fände. So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.

 

Kanzelgebet

Herr,

Dein Wort

macht das unmögliche möglich.

Darauf vertrauen wir.

So segne Dein Wort an uns,

auch wenn es nur

durch meine schwache Stimme

weitergeben wird.

 

AMEN

 

Liebe Gäste, liebe Schwestern, liebe Brüder im Herrn.

Willkommen in der Wirklichkeit. So ruft es uns unser heutiger Predigttext, ja er schreit es uns mitten ins Gesicht. Wir reden von Freude, Gemeinschaft, Liebe, Zeugnis und Hoffnung. Und doch: Die Bibel redet schon gleich am Anfang von einem feigen Mord. Sie redet davon, dass der Mensch für den anderen Menschen ein Wolf ist, ihm alles nehmen möchte - sogar das Leben. Und wir? Wo leben wir? Wenn ich es mir vorstelle: Die Wände eurer Johannes-Kirche wären wie Bildschirme und wir würden die Welt sehen: Was sähe es in einer solchen gläsernen Kirche?

 

- Da: Wir sähen von Splittern und Kugeln durchsiebte Kinder, Frauen und Männer in Israel und Palästina, wir sähen die Kriegsverbrecher in leitenden Positionen beider Staaten.

- Und dort: Millionen Opfer des Hungers. Millionen Menschen, die jedes Jahr an Hunger sterben. Alleine in Afrika sind derzeit 30 Millionen Menschen lebensbedrohlich unterernährt.

- Und dort: die Opfer der Todesstrafe, und so oft darunter Fehlurteile, Justizbeugung, Todesstrafen, die entgegen Völker- und Menschenrechte verhängt wurden: Die letzte Todesstrafe, die bekannt wurde, letzten Dienstag in Kalifornien: Ein zutiefst reuiger Mann, der seit 20 Jahren in der Todeszelle saß.

- Und hier: Hunderttausende Opfer von Abtreibungen, alleine im Jahr 2000 in Deutschland waren es laut Statistik 134.600, mehr als jedes siebte Kind.

- Und - eine logische Folge der Abtreibung - hier, wir sehen sie schon, die künftigen Opfer der Stammzellenforschung und ihrer Anwendung, auch wenn letzten Mittwoch im Bundestag das Allerschlimmste verhindert werden konnte. Die erste Bresche eines erneuten Dammbruchs ist geschlagen und die ersten sogenannten Wissenschaftler haben sich am Tag danach voller Gier darauf gestürzt, mit menschlichem Leben zu spielen.

- Und: Rund einhundert Opfer brauner Gewalt in Deutschland seit der Wiedervereinigung.

 

Alles nahezu willkürliche Zahlen, die nicht gegeneinander verrechnet werden können: Und doch: Sie zeigen - unser Predigttext das ist ein Teil der Wirklichkeit, in der wir leben. Der Bericht über Kain und Abel ist weit mehr, als nur der Kriminalfall, bei dem ein Familienzwist tödlich endet. Ein Vorgang übrigens, der bis heute für die Mordkommissionen der Kripo Alltag ist. Denn unser heutiger Predigttext steht als grundsätzliche Aussage am Anfang der Bibel:

 

1. Gott hat alles geschaffen.

2. Gott hat den Menschen als sein freies Gegenüber geschaffen.

3. Der Mensch missbraucht seine Freiheit gegen Gott.

4. Der Mensch missbraucht die Freiheit, die Gott ihm gegeben hat gegen seinen Nächsten.

 

Und wenn wir das mit den Augen Jesu sehen, der das wichtigste Gebot so zusammengefasst hat: "Du sollst Gott über alles lieben" und "Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst", dann ist die Geschichte der Versuchung von Adam und Eva der erste Sündenfall, der gegen Gott. Der Bericht, den wir heute hören, das ist dann aber der zweite Sündenfall: Der gegen die Nächstenliebe.

 

Und in dieser Welt leben wir. Diese Welt ist ebenso Wirklichkeit wie die Gemeinschaft, die wir in Gottesdienst und Gemeinde zu Recht fröhlich miteinander feiern. Diese Wirklichkeit besteht, ob wir nun Gottesdienst in einer Kirche mit gläsernen Wänden halten oder als Christen den peinlichen Versuch unternehmen, uns in unser christliches Biedermeier-Stübchen zurückzuziehen. Denn wenn wir die Wände der Kirche undurchdringlich halten, dann hängt immer noch Jesus Christus - der Anfang unseres Christ-Seins - als Opfer mitten im Raum. Als Opfer, das zeigt: Die Welt macht vor unseren Kirchentüren nicht halt. Wir sollen sie hinein lassen. Aber ebenso ist seine Auferstehung die grundlegende Wirklichkeit unserer Freude.

 

Doch was geschieht eigentlich? Am Anfang des Dramas steht für Kain die bittere Erkenntnis: Gott nimmt das Opfer meines Bruders an, meins nicht. Und es ist an dieser Stelle erst einmal sehr wohl angebracht, Gott nach dem Warum zu fragen. Auch da �Warum' zu fragen, wo wir ihn nicht verstehen. Trotzdem hat Kain die Freiheit, die Situation anzunehmen oder nicht. �Wenn du fromm bist', also wenn du eine Gottesbeziehung hast, so heißt es, kannst du auch mit einer solchen Situation leben. Doch Kain sieht sich nur noch als den Zurückgestellten und er bleibt im wahrsten Sinne im Teufelskreis der Enttäuschungen. Er wird aus Neid zum Mörder am eigenen Bruder, statt sich mit Gott auseinander zu setzen. Gott verhindert die Tat nicht - und doch stellt er sich eindeutig auf die Seite des Opfers. Er vergilt nicht Mord mit Tötung und doch straft er durch das Leben, in dem er Kain ziellos und gottlos durch die Lande irren lässt, in dem das Leben zur Strafe wird. Denn mit der Schuld leben, das kann schlimmer sein als der Tod. Kain hatte die Freiheit, das Böse zu überwinden. Doch er war nicht fähig, sie zu nutzen.

 

So bleibt die oft bittere Frage: Haben wir nicht alle von Gott zuviel Freiheit erhalten, wenn solche Taten möglich sind?

 

Ja: Muss das eine Freiheit sein, liebe Schwestern und Brüder im Herrn. Muss das eine Freiheit sein, die es Kain erlaubt, seinen Bruder Abel aus Neid zu ermorden. Es ist eine Freiheit, die in ihrer Unermesslichkeit fasziniert und in ihren Folgen blankes Entsetzten auslösen kann. Und doch: Ich möchte diesen zentralen Bericht des ersten Testaments unter die Überschrift Freiheit stellen.

 

Denn alle genannten Fragen sind Fragen an die Freiheit: An die Freiheit Gottes und an die Freiheit des Menschen. Die eigene Freiheit nehmen wir ja gerne in Anspruch, solange sie nicht mit Verbindlichkeiten verknüpft ist. Doch die Freiheit Gottes? Welche Wirklichkeit begegnet uns in seiner Freiheit?

 

Gott erscheint unverständlich, weil er den einen annimmt, den anderen nicht. Gott erscheint unverständlich, wenn in einem armen, kriegsgeschüttelten Land wie dem Kongo die Menschen auch noch durch eine Naturkatastrophe getötet werden. Und es bleibt das Unverständnis, wenn wir in dieser Kirche der gläsernen Wände sehen, welches Leid es auf der Welt gibt, wie Menschen an Menschen zugrunde gehen: Auch nach der Verurteilung des Täters bleibt die Frage, warum Alexandra sterben musste.

 

Und doch - ich möchte uns allen eine erste Frage zum Verstehen mitgeben: "Warum gestehen wir Gott nicht die selbe Freiheit zu, die wir für uns so gerne beanspruchen?" Wenn wir auf die Schriftlesung hören, stellt sich diese Frage noch härter: Warum erkennen wir nicht die Wirklichkeit, die Jeremia in seinem Töpfergleichnis beschreibt? Warum gestehen wir IHM diese Freiheit nicht zu, in dem Vertrauen, dass er als Herr von Raum und Zeit eine andere Sicht, eine andere Wirklichkeit und eine andere Zukunft für uns hat: eine, die so großartig ist, dass wir sie noch nicht einmal erahnen.

 

Das hat nichts mit Fatalismus zu tun. Das hat nichts damit zu tun, dass wir wie im Islam sagen: Es ist alles vorherbestimmt. Du bist wie eine Marionette auf einer riesengroßen Puppenbühne. Und es ist alles vorprogrammiert. Das heißt es nicht. Aber das heißt, das Gott, der immer auf der Seite der Opfer steht, uns als freies Gegenüber will, das zu seiner Verantwortung steht. Er will unser verantwortliches Handeln. Er will, dass wir nach seinen Maßstäben überlegen: Was folgt aus meinem Tun. Auch Kain hatte diese Chance.

 

Diese Verantwortung ist immer meine ganz persönliche Verantwortung. Denn wir sind seit Adam und Eva, seit Kain und Abel gemeinsam zur Schuld fähig. Und wir werden seit Adam und Eva, seit Kain und Abel immer wieder schuldig, weil wir an die Grenzen unserer Verantwortung kommen, weil wir unsere Grenzen vor Gott überschreiten.

 

Und es heißt - und das mag bitter sein: Seine Maßstäbe annehmen, auch da, wo ich meine, zu kurz zu kommen. Seine Maßstäbe annehmen, auch wenn ich das Gefühl habe, gerade auch vor Gott zu kurz zu kommen.

 

Was ist, wenn mir ein neuer Vorgesetzter vor die Nase gesetzt wird, wenn ich doch meine, ich könnte die Stelle viel besser ausfüllen? Helfe ich mit beim Mobbing? Was ist, wenn in der Schule mein Nachbar die besseren Noten hat, obwohl ich meine, dass ich klüger bin? Schwärze ich ihn bei Mitschülern und Lehrern an? Was ist bei einer Erbschaft, wenn ich den Eindruck habe, die Miterben bekämen viel zu viel? Fange die Sache vors Gericht zu bringen? Was ist nach der Scheidung oder einem grundlegenden Ehekrach? Fange ich eine Schlammschlacht an, um den Ruf des Ehegatten zu ruinieren? Was ist bei einem Streit in der Gemeinde? Fange ich mit Grabenkämpfen an, obwohl doch alle an Leben, Tod und Auferstehung Jesu Christi glauben? Was ist, wenn mein Nachbar, mein Bruder, meine Schwester, oder wer auch immer... und ich den Eindruck habe, Gott und das Leben sind ungerecht? Oder lasse ich mir von Gott zurufen: "Sünde ist vor der Tür: Herrsche über sie." Du hast die Freiheit das abzuwenden. Du hast die Freiheit, Gott auch deine zornigen Fragen entgegenzustrecken. So bleibt die zweite Frage, die ich Euch mitgeben möchte: Wo bekommen Ereignisse so sehr Macht über mich, dass Neid und Missgunst mein Handeln bestimmen?

 

Oder lasse wir uns vormachen, menschliches Leben sei Manövrier-Masse, wenn es um Hunger, Krieg, Menschenrechte, Todesstrafe, Abtreibung, embryonale Forschung, Rassismus oder andere Formen der Gewalt geht? Jedes Opfer von Hunger, Krieg, Menschenrechtsverletzungen, Todesstrafe, Abtreibung, embryonaler Forschung, Rassismus oder anderen Formen der Gewalt ist ein Abel. Und Gott fragt uns: "wo ist dein Bruder", wo ist Deine Schwester? So bleibt letztlich die Frage an jeden von uns: "Wo bin ich zu Kain geworden?"

 

Die Antworten auf den Gebrauch unserer Freiheit ist vielschichtig. Denn wer von uns, die wir den Zweiten Weltkrieg nicht als Soldaten erleiden mussten, hat schon einmal vor der Situation gestanden, einen Menschen zu töten? Doch wir sind verstrickt in das Allzumenschliche, dass den Mitmenschen zum Abel macht. Wir sind als Teil unserer Gesellschaft ebenso in Kriege verstrickt, insbesondere im früheren Jugoslawien und jetzt in Afghanistan. Wir sind verstrickt in eine globale Wirtschaft, in der sehr viele Menschen auf der Strecke bleiben und manche sogar mit dem Hungertod für die Globalisierung zahlen. Und wir können als Christen zu Wahlen gehen, auch wieder in diesem Jahr. Wir sind verstrickt in ein soziales System, in dem Kinder das höchste Armutsrisiko überhaupt sind und das so die Abtreibung fördert. Wir sind verstrickt in einen Staat, in dem Adoption die Ausnahme, künstliche Befruchtung mit Abfallembryonen der Normalfall ist. Zumal mancher, der jetzt für den Schutz des Lebens plädiert hat, durch seine Befürwortung der Abtreibung mit dazu beigetragen hat, dass diese Entscheidung jetzt möglich wurde. Auch unsere evangelische Konfession hatte in der Frage der Abtreibung kaum die Stimme erhoben, so eindeutig ihre Stellung jetzt war. So sind wir verstrickt und stehen nie mit weißer Weste vor Gott.

 

Hier dürfen wir als Christen eines mitnehmen: Nicht unser Scheitern, nicht die Grenzen unserer Kraft, nicht die Zwänge aller Verstrickungen des Lebens und der Gesellschaft haben das letzte Wort. Das letzte Wort hat der Gott, der uns in Leben, Tod und Auferstehung Jesu Christi endgültig Leben gegeben hat. Und damit kann sich auch die Sicht auf Kain und Abel ändern. Denn ohne die Auferstehung ist die Jesus der zweite oder der abermillionste Abel. Die Auferstehung stellt aber alles in ein neues Licht - aber nicht ins Biedermeier-Stübchen. So bleibt eine dritte Frage an uns: Wo ändern sich mein Denken und Handeln im Licht der Auferstehung?

 

Denn nur durch Leben, Kreuz und Auferstehung Jesu Christi können wir Hoffnung haben, dass Gott über all die Unverständlichkeiten hinaus seine und unsere Freiheit in einen viel größeren Zusammenhang stellt. Dass er Leben, ewiges Leben gibt. Diese Hoffnung stellt Gottes und unsere Freiheit in ein anderes Licht. Diese Hoffnung macht uns zu einem Handeln fähig, dass die Liebe Gottes zu den Opfern ernst nimmt. Und wir leben - Gott sei Dank - in einem Staat, der diese Liebe zumindest im Grundgesetz zum Maßstab gemacht hat: "Die Würde des Menschen ist unantastbar", auch wenn dieser Anspruch am Mittwoch bei der Frage nach dem Embryonen-Import wieder einmal deutlich angekratzt wurde. Diese Liebe Gottes, die er uns in Jesus Christus gezeigt hat, können wir annehmen. Diese Liebe macht uns zur Freiheit fähig. Und sie trägt uns, wo wir versagen. Jeder von uns kann diese Liebe heute annehmen - ein erstes Mal in seinem Leben ebenso wie zum unzähligsten Mal.

 

Dabei können ihn die drei Fragen leiten:

 

1. "Warum gestehen wir Gott nicht die selbe Freiheit zu, die wir für uns so gerne beanspruchen?"

2. "Wo bekommen Ereignisse so sehr Macht über mich, dass Neid und Missgunst mein Handeln bestimmen?"

3. "Wo ändern sich mein Denken und Handeln im Licht der Auferstehung?"

 

Denn wer die Liebe annimmt, die Gott in der Auferstehung zeigt, hat ein Biedermeier-Stübchen gar nicht mehr nötig. Wir leben und erleben immer in zwei Welten und müssen das aushalten. Doch wer Gottes Liebe annimmt, der hält es aus, in einer gespaltenen Welt zu leben - so wie Jesus und die Propheten es taten. Er hält es aus, aber er wird immer daran leiden. Wer nicht an der Zerrissenheit der in unsrer Freiheit misshandelten Welt leidet, ist seelisch tot. Wer aber Gottes Liebe annimmt, der hält eine Kirche mit gläsernen Wänden aus und hat trotzdem allen Grund in ihr Lobpreis-Lieder zu singen. Er kann sich im privaten und in der Gesellschaft für die Opfer engagieren, weil er weiß, dass er nicht alles erreichen kann und nicht alles erreichen muss. Das macht uns zu lebendigen Brücken in einer gespalten Welt. Denn wir kennen den Segen und den Jubel einer heilen Welt, weil Gott uns sein Heil verkündet hat. So können wir eine Brücke dahin bauen, wo Menschen an Menschen leiden, weil Freiheit missbraucht wurde und dort Zeichen der Hoffnung setzen.

 

Denn Gott hat uns durch Jesus Christus eine Wirklichkeit verheißen, die Adam und Eva, Kain und Abel ein für allemal hinter uns lässt. Daraus dürfen wir leben. Das wollen wir feiern. In unserem Leben und in diesem Gottesdienst.

 

AMEN


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