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Werte brauchen eine Grundlage

Was wir von der Zeit des Nationalsozialismus lernen können.

Predigt anlässlich des 60. Jahrestags des Kriegsendes über Johannes 7,37 - 39

Liebe Gemeinde, seit 60 Jahren haben wir in Deutschland und in den Nachbarstaaten keinen Krieg mehr erlebt. Gott sei Dank! Doch der Schatten der Zeit liegt auch noch heute ebenso über der Generation jener, die diesen Tag bewusst miterlebten wie über den Nachkommen. Deshalb wird das Kriegsende Ausgangspunkt der Predigt sein, die heute etwas länger dauert. An den Anfang möchte ich einen Text stellen, den die Verantwortlichen der evangelischen Landeskirchen im Oktober 1945 verfasst haben:

 

Mit großem Schmerz sagen wir: Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden. Was wir unseren Gemeinden oft bezeugt haben, das sprechen wir jetzt im Namen der ganzen Kirche aus: Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.

 

 

Schriftlesung: 1. Joh. 2,1-6

 

Wochenlied: EG 128 1-7 Heilger Geist, Du Tröster

 

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus! AMEN

 

„Was können wir daraus lernen“, so fragte eine Mitstudentin über die Zeit des Nationalsozialismus. Wir waren eine kleine Gruppe von Theologiestudenten und saßen im engen Kreis mit Prof. Klaus Scholder zusammen. Er war damals der Fachmann für die Frage nach der Kirche im Dritten Reich. Der Kirchengeschichtler runzelte kurz die hohe Stirn und antwortete - „Nichts“. Wir kannten ihn gut genug, um zu wissen, dass er der Allerletzte wäre, der die Vergangenheit schönreden oder vertuschen wollte. Doch Geschichte wiederholt sich nicht, nur Schuld, Verführbarkeit und die Dummheit der Menschen:

 

Mehr Tote als im II. Weltkrieg

So hat es in den letzten sechzig Jahren, seit Kriegsende, weltweit deutlich mehr Tote gegeben, als im II. Weltkrieg. Und die Liste der Massenmorde, der Völkermorde, der Kriegsverbrechen und der verbrecherischen Kriege ist lang – andere waren wohl ebenso unvermeidbar, wie der Kampf der Alliierten gegen Deutschland. Für sie hätte eine Alternative nur darin bestanden, praktisch ganz Europa einem abgrundtief mörderischen Dritten Reich zu überlassen. Jeder dieser Kriege, aber auch jedes Verbrechen auf staatlicher Ebene spielte und spielt sich unter anderen Voraussetzungen ab. Eines aber bleibt: Staaten sind von vornherein zu tiefst sündiges Menschenwerk, das letztlich bestenfalls am Rande von Verbrechen steht. Doch - und darin kann ein äußerst großer Wert einer guten staatlichen Ordnung liegen - ohne geordnete Staaten geschähen Verbrechen in weit, weit schlimmerem Maße.

 

Christen sind Patrioten Gottes

So gibt es keinen Grund einen einzigen Staat dieser Erde zu verehren oder gar den Götzendienst des Patriotismus zu leisten. Luther schreibt in seinem Lied „Nun bitten wir den Heiligen Geist“ über eben diesen Geist: „Der uns bracht zum rechten Vaterland“. Dieser Geist ist die Quelle unseres Lebens, nicht die Beliebigkeit irgendwelcher mehr oder weniger willkürlichen Grenzen. Wir werden das gleich noch im Predigttext ausführlich hören. Deshalb ist dies keine Predigt über die NS-Vergangenheit, sondern ein Nachdenken über die Quelle und Grundlage von Werten, die wir in Jesus Christus haben. So dürfen wir Christen Patrioten Gottes sein und den Mächten dieser Welt – egal welchen – mit nüchterner Distanz gegenüberstehen. Trotzdem haben Christen jeden Grund – gerade auch nach biblischem Zeugnis - sich als engagierte Staatsbürger einzusetzen - und gerade auch den Geltungsbereich des Grundgesetzes zu schützen: Es ist die christlichste Verfassung, die Deutschland je hatte - und – das sei mit einem traurigen Blick auf die Europäische Verfassung gesagt - auch in absehbarer Zeit haben wird.

 

Was bleibt, ist Schuld

Doch, was immer bleibt, ist Schuld. Und das Ausmaß der Schuld, die seit sechzig Jahren im Raum steht, hält Deutschland bis heute im Bann. Und da sich Geschichte eben nicht wiederholt, kann uns nur die Frage nach dem Umgang mit der Schuld die nötige Aufmerksamkeit geben, damit wir mit Kräften jeder Verletzung der Menschenwürde entschieden entgegentreten, auch wenn sie unter unterschiedlichsten Vorzeichen daher kommt.

 

Lässt sich Schuld vor Gott verrechnen?

Wo liegt nun eine besondere Schuld wegen der Geschehnisse im Dritten Reich? Bei Deutschland? Im politischen Sinn sicher. Doch ist damit jeder Deutsche schuldig? Und sind deshalb andere Länder unschuldig – auch wenn sie mit den Versailler Verträgen, durch politische Förderung Hitlers vor 1939 oder durch Zusammenarbeit mit der Wehrmacht in die Geschehnisse verknüpft waren? Diese Frage mag die Politik stellen – und doch wird sie je nach Machtverhältnissen und politischen Interessen beantwortet, nicht nach übergreifenden ethischen Maßstäben und schon gar nicht mit den Augen der Liebe von Jesus Christus.

 

Was bedeuten die Geschundenen und die Toten?

Was bedeuten heute nach sechzig Jahren die Leichenberge von Auschwitz-Birkenau, die zerfetzten Körper der Männer jeden Alters, die sich beim Erklingen des Wortes Vaterland zumindest auf deutscher Seite in den sinnlosen Tod gestürzt haben – nicht freudig, aber doch zu oft willig. Was bedeuten jene von fliegenden Standgerichten Ermordeten, die in den letzten Kriegstagen mutig den Tod von halben Kindern im Volksturm verhindern wollten, dafür an Telefondrähten aufgehängt und von bundesdeutschen Gerichten verhöhnt wurden, weil dieser Terror im Nachhinein über Jahrzehnte noch als Recht anerkannt wurde. Aber auch: Was ist mit Bombenopfern, mit Kriegsgefangenen, mit Vertriebenen – reicht der Verweis, dass derjenige, der einen Hurrikan säht, zumindest einen Orkan erntet? Und schließlich: Lässt sich Schuld vergleichen oder aufrechnen? Was war mit den vielen Hunderttausend Armeniern in der Türkei, mit den Tutsi in Ruanda, den Muslimen in Serbien, den Christen in den arabischen Ländern? Was ist mit dem Archipel Gulag oder mit Bautzen? Was ist mit Abtreibung oder Todesstrafe?

 

Es gibt keine Mathematik der Sünde

Wo Jesus Christus in der Mitte unserer Fragen nach der Schuld, gerade auch im Zusammenhang mit den Unfassbarkeiten vor 60 Jahren steht, gibt es keine Mathematik der Sünde, weder im Herunterspielen noch beim Aufbauschen. Das Unfassbare bleibt unfassbar, Leichen und geschundene menschliche Kreaturen begründen keine Buchhaltung. Die flache eigene Entschuldigung ist genauso Selbstbetrug wie die selbstgerechte Beschuldigung anderer. Denn schon ganz am Anfang fragte Gott: Kain, wo warst Du – ganz persönlich. Wie viel mehr gilt dies, wo wir doch seit Weihnachten, Karfreitag und Ostern wissen: Gott will durch Jesus Christus eine Beziehung zu jedem Einzelnen. Er fragt jeden Einzelnen nach seiner Schuld und bietet Vergebung an. Nicht durch den Persilschein vor einer Spruchkammer oder den schnellen Wechsel des Parteibuchs. Nicht durch schnelle Katzbuckelei gegenüber Siegern und auch nicht dadurch, dass man diejenigen diffamiert, die wie der Journalist Klaus Mehnert oder die Schauspielerin Marlene Dietrich und viele andere letztlich auf der richtigen Seite standen, nämlich bei den damaligen Feinden Deutschlands.

 

Gott lädt zum ehrlichen Umgang mit Schuld ein

Nein! Gott lädt ein zum ehrlichen Umgang mit der eigenen Schuld. Weil wir seit Jesus persönlich „Abba, lieber Vater“ sagen können, brauchen wir zumindest vor ihm keine Ausreden, Unehrlichkeiten und Rechtfertigungen, dass der andere noch schlimmer ist. Das gilt für alles, was sechzig Jahre zurückliegt, das gilt aber auch für das böse Wort, die Lüge oder die Lieblosigkeit gestern.

 

Schuld ist immer persönlich

All dies ist keine völkische Schuld nach dem Motto „mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen“. Kollektivschuld mag zuerst einmal sehr bedrückend sein und wird doch schnell zur Erleichterung, weil ich mich hinter dem Volk verstecken kann –als Kind meiner Zeit mit der Schuld meiner Zeit – worin immer diese besteht. Doch vor Gott können wir so ehrlich sein, wie Traudel Junge, Hitlers Privatsekretärin. Sie sagte als alte Frau in einem Interview, dass "Jugend" keine Ausrede ist und das man gewisse Dinge "hätte erfahren können". Angefügt hat sie hierbei die Tatsache, dass Sophie Scholl, die Junges Jahrgang war, in dem Jahr wegen ihres Kampfes gegen das NS-Regime und dessen Verbrechen hingerichtet wurde, in dem Junge bei Hitler mit der Arbeit anfing. Und Sophie Scholl hatte sicherlich weitaus weniger Einblick in die Interna der NS-Führung als die Privatsekretärin Adolf Hitlers.

 

Es gibt eine Gnade der späten Geburt

So gibt es „eine Gnade der späten Geburt“: Ich muss mir als Deutscher des Jahrgangs 1958 angesichts der Leichenberge die Frage erst gar nicht stellen: Ist das meine Schuld? Gott sei Dank! Denn dafür kann ich nichts. Das sollte mich dann auch davor bewahren, vorschnell kollektiv eine ganze Generation bis zum Beweis des Gegenteils als Schuldige zu behandeln.

Wer Senioren danach beurteilt, ob sie bei der Hitlerjugend waren, zeugt ebenso von historischem Unwissen wie von eigener gnadenloser Überheblichkeit – eine Überheblichkeit, die oft aus der tiefen Verunsicherung kommt: Wie hätte ich mich wohl selber verhalten? Wäre ich Henker oder Gehängter gewesen oder einer von Millionen Mitläufern mit mehr oder weniger viel Schuld. Oder hätte ich schnell als Wendehals das Fähnchen in den Wind gehängt? Gestern Parteigenosse aus Gefälligkeit, heute schon immer Widerstandskämpfer gewesen – auch aus Gefälligkeit. Es ist unehrlich, dieser Frage „wo hätte ich gestanden“ auszuweichen, in dem ich auf andere mit dem Finger zeige und mir dann auch noch Stolz den Stempel: „Ich bin doch so selbstkritisch“ auf die Stirn zu drücken.

Damit sei allerdings weder etwas gegen jene Kinder oder Enkel von Kriegsverbrechern gesagt, die bis heute mit dem persönlichen Erbe der Väter und Mütter ringen noch gegen den Versuch seriöser Historiker, der nachfolgenden Generation ein möglichst realistisches und facettenreiches Bild der Geschichte zu hinterlassen – ein Bild des Schreckens: Dieses Bild sollte die ebenso betroffene wie bescheidene Frage wach halten: „Wie hätte ich gehandelt?“ So kann die späte Geburt zur Dankbarkeit gegenüber der Gnade Gottes werden.

 

Wir können auf zwei Seiten vom Pferd fallen

Wo wir dagegen meinen, wir müssten genau das Gegenteil dessen machen, was zur Hitlerzeit geschah, da hat – wenn auch in der Umkehr – diese dämonische Zeit noch immer Macht über uns. Dies gilt, wo die Gleichschaltung der Masse durch hemmungslose Ich-Bezogenheit ersetzt wird. Dies gilt, wo krankhafte Sparsamkeit zu Gunsten der Wehrmacht durch eine Gesellschaft ersetzt wird, die Verschwendung als Lebensziel betrachtet. Und dies geschieht, wenn statt des Mutterkults Familienpolitik von führenden Politikern bis vor kurzem als Gedöns tituliert wurde. Es geschieht auch, wenn Minimaletats für Schulen von denen zusätzlich gekürzt werden, die Familie dick auf die eigene Fahne schreiben. Gerade am von den Nazis so missbrauchten Muttertag wird deutlich, dass durch eine primitive Umkehr von Verhalten nichts besser wird. Das Familienbild, Kinder für den Krieg zu züchten, widerspricht den Maßstäben einer christlichen Gesellschaft ebenso, wie eine Gesellschaft die offen sagt, dass Kinder Zukunftssicherung sind, aber die Eltern mit ihren Aufgaben zu oft alleine lässt: Dies betrifft besonders häufig Mütter, die wegen mehrerer Kinder zu Hause bleiben und allein erziehende Mütter, die dann auch noch abfällig als „nur Hausfrau“ diffamiert werden. Doch letztlich betrifft es alle, die in christlicher Verantwortung den Mut zum Kind haben, obwohl unserer Gesellschaft auf ihre Kosten lebt und obwohl – nach allerneuesten Umfragen – immer mehr junge Erwachsene vorhaben, so auf Kosten der Eltern zu leben.

 

Simple Verneinung ist keine Antwort

Wie gehen wir mit der Vergangenheit um, insbesondere mit unserer spezifischen Vergangenheit in Deutschland? Wer dem Bösen der Vergangenheit nur durch simple Verneinung entgehen möchte, ist wie ein Reiter, der aus Angst auf der einen Seite vom Pferd zu fallen statt dessen auf der anderen herunter fällt.

 

Predigttext

Genau hier setzt unser Predigttext ein. Wir hören Johannes 7, 37-39: Aber am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.

 

Die Suche nach Werten

Liebe Gemeinde,

was für eine Suche nach Werten prägt derzeit unsere Gesellschaft angesichts der internationalen Politik, angesichts des schleichenden Ausstiegs aus der sozialen Marktwirtschaft, angesichts der Zunahme der Orientierungslosigkeit, den unsere Gesellschaft erlebt. Werte müssen her, egal woher. Irgendwas muss feststehen. Und doch bleibt ein schales Gefühl, gerade weil wir vor sechzig Jahren erfahren mussten, in welche Katastrophe ein Land mit vermeintlich großartigen Werten enden kann, ein Land und auch die in ihm lebenden Christen mitsamt ihren konfessionellen Organisationen.

Gottes Geist war Quelle des Widerstandes

Wo aber Christen Widerstand leisteten, da hatten sie nicht nur Werte wie Fleiß, Pflichtgefühl, Berechenbarkeit oder die Bereitschaft zu verzichten. Christen leisteten Widerstand, wo sie eine Beziehung zu Jesus Christus hatten, wo sie aus der Wahrheit lebten. So war dies bei Paul Schneider, Sophie Scholl und Alfred Delp, die ihr Leben ließen, so war es bei unserem Landesbischof Theophil Wurm und seinem katholischen Rottenburg Amtskollegen Bischof Johann Baptist Sproll, die im ständigen Konflikt mit dem Regime lebten. So war dies bei vielen Christen, die ganz einfach sagten: Das steht so nicht in meiner Bibel, da mach ich nicht mit.

 

Werte ohne Wahrheit sind wertlos

Denn ohne Wahrheit stehen Werte frei im Raum, sind austauschbar und Werkzeug – sind Werkzeuge wie ein Küchenmesser, mit dem ich ein gutes Essen zubereiten, aber auch einen Menschen ermorden kann. Werte ohne Wahrheit sind wie Pferde, die im Rennen den Reiter abwerfen, vielleicht noch eine Weile auf der Bahn bleiben und dann sonst wohin rennen oder gar Menschen tot trampeln. Wahrheit ist dabei nicht nur das Für-Wahr-Halten des „Wahren, Schönen, Guten“ – denn auch dies ist Definitionssache und legt obendrein die Grundlage für die Missachtung des Nichtperfekten.

 

Wahrheit ist Leben aus Christus

Nein! Wahrheit ist Leben aus Christus. Und nur wo die Werte, die wir leben, ihre Grundlage in der Wahrheit haben, sind sie nicht austauschbar und hinterfragbar. So hat gerade der Humanismus – hochgelobt im Deutschen Land der Dichter und Denker – zwischen 1933 und 1945 seine eigentliche dramatische Niederlage erlebt. So hat sich erwiesen, wie leer der Versuch ist, aus frei gewählten Werten des Christentums einen Wertekanon zu basteln und durch die Selbstherrlichkeit der Vernunft zu installieren.

 

Wo können wir neue Werte finden?

Und dies gilt umso mehr, wenn Werte jetzt wieder neu installiert werden sollen. Die Werte, die jetzt von allen möglichen Seiten diskutiert werden, sind nicht mehr, als der Ausdruck von Gruppeninteressen, denen der Heiligenschein „Wert“ verliehen wird. Natürlich nennt der Arme „Solidarität“ während der Reiche von „Freiheit“ redet und beide letztlich "Geld" meinen. Ebenso definiert sich Generationen-Gerechtigkeit je nach Alter. Dies lässt sich auf die gesamte Wertedebatte übertragen. Denn wo Werte - ohne Grundlage außerhalb einer Interessensgruppe - frei im Raum stehen, da ist jede Verdrehtheit möglich, besonders sobald die Grundlagen geändert werden. Wer vor solchen Werten ganz ethisch fragt, welche Folgen sein Tun hat, der muss erst einmal die Frage beantworten: „Welche Folgen will ich eigentlich.“ statt dass Werte zum Gesetz einer versteckten Beliebigkeit von Gruppeninteressen werden.

 

Jesus lädt zur Quelle des Lebens ein

Jesus Christus lädt uns dagegen ein, in ihm die Quelle des Lebens zu finden und aus der Wahrheit zu leben. So geht es nicht einfach so um Werkzeuge wie Ehrlichkeit, Pünktlichkeit oder Sparsamkeit. Es geht darum, dass wir wie ein guter Handwerker danach fragen, welche Werkzeuge für unsere Aufgabe angemessen sind. Unsere Aufgabe aber ergibt sich daraus, dass Gott uns zutraut, an seinem Reich mitzubauen. Und Jesus Christus nennt uns die Werkzeuge: Die Gottesliebe und die Nächstenliebe. Damit wir aber aus der Quelle der Wahrheit leben können, will er uns seinen Geist schenken. Wo wir das nicht tun, verfolgen wir Werte, die mit beiden Beinen fest --- in der Luft schweben. Wo wir dagegen aus seinem Geist leben, werden auch wir für andere zu Wasserspendern aus der Quelle des Lebens.

 

Was können wir lernen?

Auf dieser Grundlage möchte ich die Frage aufgreifen, die am Anfang dieser Predigt stand: Was können wir aus den Geschehnissen vor sechzig Jahren lernen? Was ist das Erbe jener Stunde Null, die für ein besiegtes Deutschland zum Neuanfang und damit zur Grundlage weit reichender Freiheit wurde? Die Frage war damals an der Universität historisch und politisch gemeint und wurde auch so verstanden. Mit einem Abstand von zwanzig Jahren in einer doch in vielem anderen Zeit möchte ich versuchen, die Antwort auch mit Blick auf die aktuelle Wertediskussion zu ergänzen:

- Wir können lernen, dass wir Werte brauchen.

- Werte ohne Grundlage sind beliebig.

- Jesus Christus bietet uns diese Grundlage an.

- Dies geschieht nicht durch Gesetze, sondern Jesus bringt uns Gottes Geist, der für uns und für viele zur Quelle des Lebens wird.

- So können auch wir anderen Menschen und dem Land, in dem wir in Frieden und viel Freiheit leben, zum Segen werden.

 

AMEN

 


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