Ökumene ist der Versuch einer gelebten Antwort auf den biblischen Auftrag der Christen zur Einheit

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Predigten 2003


Vor Gott nicht zittern...

Bernhausen, 16.11.2003. 1. Persönliche Hilfe ist durch nichts zu ersetzen. Denn sie erreicht den ganzen Menschen. 2. Naives Gutmenschtum zur Vermeidung eigenen Unwohlseins ist Selbstbetrug - und keine Hilfe. 3. Ich habe Grenzen - doch in unserer heutigen Zeit wird oft jedes kleine Unwohlsein bereits als Grenze definiert. Ich kann vielleicht mehr, als ich mir zutraue.


Die Bibel: Schlüssel, Brücke und Anker

Derendingen, 26.10.03. Sicher: die Bibel ist 'nur' Niederschrift jenes Wortes Gottes, so wie es Menschen erfahren haben. Und doch: Wo gibt es ein anderes Buch, das über Jahrtausende die Erfahrungen mit Gott gesammelt hat? Wo gibt es ein Buch, das so unmittelbar Zeugnis davon gibt, dass das Wort Fleisch geworden ist und unter uns wohnte? Das Gott selbst Mensch geworden ist? Das Jesus Christus auferstanden ist und uns den Weg in die kommende Welt öffnet? Wo gibt es ein Buch, das weit über den historischen Zusammenhang hinaus, ja über das Verstehen dieser Welt hinaus, Zeugnis gibt? Welches Buch hat so viele Menschen zu Gott geführt und ihr Leben geändert?


Liebe und tu was du willst

Derendingen, 24.8.03/ Öschingen, 31.8.03. 'Liebe - und dann tue, was Du willst', so schreibt Augustinus in seiner Auslegung des Johannes-Evangeliums. Das gibt uns Christen Freiheit, denn wir kennen unsere Schwächen und brauche trotzdem keine Angst vor dem Versagen zu haben. Wir sind durch Jesus Christus zur Liebe befreit - und das ist eine große Freiheit. Augustinus fährt fort: 'Schweigst du, so schweige aus Liebe; schreist du, so schreie aus Liebe; weisest du zurecht, so weise aus Liebe zurecht; übst du Nachsicht, so übe sie aus Liebe. Die Wurzel deines Handelns bleibe innerhalb der Liebe. Aus dieser Wurzel kann nichts anderes als Gutes wachsen.'


Unvollkommene beim Festmahl

Bernhausen, 29.6.2003. 29.06.2003 Ich mache nach vielen Gottesdiensten, bei den Gesprächen, die ich im Anschluss führe, eine Erfahrung: Oft fühlen sich die falschen angesprochen. Wenn uns ein Predigttext einen deutlichen Zuspruch mitgibt, wird er von denen besonders gerne angenommen, die eh schon selbstsicher sind und wenig an sich zweifeln. Und ein Predigttext, der unser Leben in Frage stellt, wird besonders von denen ernst genommen, die dazu neigen, sich selbst zurück zu nehmen. Wenn wir das Gastmahl Gottes vor Augen haben, dann wird deutlich: Wer sich sicher fühlt, sollte sich kritische Fragen stellen. Wer von der Sorge lebt, Gottes Fest zu verpassen, der darf Hoffnung haben. Denn das Gleichnis vom Gastmahl ist ein offener Affront gegen das jüdische Leben zur Zeit Jesu. Damals galt im Normalfall: ausgestoßen bleibt ausgestoßen: Die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen hatten in den Augen dieser Zeit von vornherein keine Chance beim großen Gastmahl Gottes. Dagegen bleibt stellt Jesus nur die Frage: "Nimmst Du die Einladung an?" Die Antwort muss letztlich jeder von uns in seinem Leben finden und mit seinem Leben beantworten. Dazu kann das Gleichnis vom Gastmahl aus dem Lukas-Evangelium anleiten, ohne dass wir es mit wilden Deuteleien und Gesetzlichkeiten überinterpretieren.


Lotsen der Ökumene

Berlin, 30.5.2003. "So sind wir miteinander Zukunft der Kirche, Lotsen der Ökumene und eben kein Problem. Das Problem sind die Konfessionen, die immer noch entgegen dem biblischen Auftrag getrennt leben und die ihre Schuld der Trennung auch noch in unsere Ehen und Familein hinein tragen. Dies reicht bis hin zur Scheidung am Tisch des Herrn, die ebenso durch eine Beliebigkeit vieler evangelischer Christen verursacht wird, wie durch die Verknüpfung des Herrenmahls mit dem Anspruch konfessioneller Machtausübung durch die römisch-katholische Konfession."


Auferstehung: Die Gemeinschaft der Narren

Derendingen, 20.4.03. Deshalb steht an Ostern nur einer im Mittelpunkt: Der Auferstandene. Für unsere ach so aufgeklärte Zeit, in der nach einer Meinungsumfrage nur noch ein Drittel der Bürger überhaupt weiß, dass wir Christen an Ostern die Auferstehung feiern, ist das in der Tat eine Narretei, ein Ärgernis, das, was der menschlichen Erfahrung widerspricht: "Wenn die Erde ins Grab rieselt, dann ist das Ende erreicht." So lenken Ostereier und -hasen von Karfreitag und Ostern ab, zumal sich der Gekreuzigte und Auferstandene viel schlechter vermarkten lässt, als das süße Weihnachtsbaby mit seinem MilupaLächeln in der HochglanzKrippe. Und auch die christlichen Konfessionen überschlagen sich damit, die Botschaft vom Skandal des gekreuzigten Gottes und von der Narretei der Auferstehung durch allerlei Geschwätz und kulturelles Getue so in Watte zu packen, dass wir es uns kaum noch berührt und dass diese Festtage möglichst das allgemeine Wohlgefühl nicht stören.


Nachfolge in Kriegszeiten

Ergenzingen, Eckenweiler, Derendingen, 23. & 30.3.2003. Was heißt es, das Leben loszulassen und Jesus nachzufolgen? Was heißt es, in diesen Tagen verantwortlich zu leben, ohne sein eigenes Leben in Mittelpunkt zu stellen? Dietrich Bonhoeffer schreibt in Widerstand und Ergebung: 'Die letzte verantwortliche Frage ist nicht, wie ich mich heroisch aus der Affäre ziehe, sondern wie eine kommende Generation weiterleben soll.' Und diese Frage stellt sich nicht nur mit Blick auf Derendingen oder Deutschland. Diese Frage stellt sich für die ganze Erde, die Gott geschaffen hat und die er liebt. Diese Frage beinhaltet es, Böses beim Namen zu nennen um es zu meiden. Wir könnten unter dieser Vorgabe nachdenken über Abtreibung, Todesstrafe, Ausländerfeindlichkeit oder die Missachtung von Familien und Kindern in unserer Gesellschaft. Und wenn wir nach dem Frieden suchen, dann böten sich auch Tschetschenien, der Südsudan, Israel und Palästina an. Doch der Krieg, den die USA, Großbritannien und Spanien am 20.3.2003 begonnen haben, setzt eine Grundlage für das Mit- oder besser gesagt Gegeneinander der Völker in diesem Jahrhundert. Wir sind durch die den Atlantik übergreifende politische Gemeinschaft zumindest indirekt eingebunden und die einzige verbliebene Weltmacht zeigt uns, auf welche Weise sie diesen Globus gestalten will.


Damit Glaube Früchte trägt...

Öschingen/Bernhausen 25.2./2.3.03. Was ist der Unterschied zwischen einem Gärtner und einem Bauer? Der Bauer ist ein Verschwender! Der Gärtner kümmert sich um jedes Samenkorn. Er sorgt sich um jeden Samen, er pikiert, er jätet das Unkraut und pflanzt jeden einzelnen Keimling dort, wo er Frucht bringen soll. Der Bauer - in unserem Gleichnis der Sämann - dagegen schleudert mit weitem Wurf ohne Rücksicht auf Verluste. Er will jede Chance nutzen, dass der Boden Frucht trägt. Denn jede Frucht ist so ertragreich, dass sich der Aufwand lohnt. Doch nach dem Einbruch an den Börsen, während der Staat gefährlich nahe am Bankrott entlang schlittert, während Bio- und Chemiewaffen völlig neue Schreckensszenarien an den Himmel werfen, während sich zumindest die Politiker der vorderen Reihe - egal von welcher Partei - weitgehend in lautstarker Sprachlosigkeit suhlen und wir uns noch immer die Wunden des 11. Septembers 2001 lecken, sollten wir uns eines klar machen: Wir haben diese Welt nicht im Griff. Und wir können weder durch das daherstöhnen des Wörtchen 'Friedens' noch durch Kriegsgeilheit eine Welt nach unseren begrenzten Maßstäben erzwingen. Und gerade dort, wo Menschen in höchsten Ämtern den Wahn der Machbarkeit mit dem obendrein gotteslästerlichen Wahn verbinden, sie seinen das personifizierte Gute, da hat das Böse ein leichtes Spiel. Der er kann sich so hinter einer frommen Maske verstecken kann. Die Bosheit der Gewaltherrscher ist dagegen offen sichtlich. So sollten wir uns endlich vom globalen Machbarkeitswahn verabschieden, sonst geht auch unsere Welt kaputt, weil sie ohne Segen ist. Wer sät, braucht deshalb Segen: Gottes Segen.







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