Ökumene ist der Versuch einer gelebten Antwort auf den biblischen Auftrag der Christen zur Einheit

oekumene.net - das Ökumene-Netz

   Suchen      Service & Kontakt      Gästebuch      Impressum   





Predigten 2005


Wie zornig dürfen wir beten

"Herr, schmeiß Hirn ra – aber plötzlich – und komme bald!" Können wir so – gut derb schwäbisch – beten? Unser Predigttext ist ein harter Text. Hart und realistisch gespro­chen aus dem Erfahrungshorizont der verbliebenen Gläubigen. Sie hielten im Glauben aus, als Israel in der baby­lonischen Gefangenschaft war. Dieses Gebet scheint so gar nicht in die Adventszeit zu passen. Es passt nicht zwischen Adventska­lender, Bazar, Kurrendesingen, feierliche Adventsmusik, Kerzen­schimmer und Beschau­lichkeit. Es passt schon gar nicht zu Weihnachts­märkten, Glühwein, rot­befrackten Nikoläusen oder Weihnachtsmännern, deren Artikulation sich auf HoHoHo beschränkt - und auch nicht zu tief fliegenden Rentieren.


Über Leben und Tod

Beten wir nicht bei der verzweifelten Suche nach Leben das Tote an und übersehen Gottes Angebot des Lebens? Wie nutze ich ab heute bis zum Ende meines Lebens in dieser Welt die Gaben, die mir Gott gegeben hat? Wie wird mein Leben zum Segen Gottes für andere, ob es nun noch einen Tag dauert oder bis über den hundertsten Geburtstag hinaus. Tun wir, was Gott von uns erwartet? Sind wir treu? Sind wir klug? Geben wir anderen zur rechten Zeit, was wir empfangen haben?


Hoffnung auf neue Werte

Durch Jesus Christus dürfen auch wir auf die Neuausrichtung aller Werte hoffen und uns dafür einsetzen, auch an einem 11. September. Durch Jesus Christus dürfen wir Hoffnung haben und weitergeben: Hoffnung für diese und die kommende Welt. Hoffnung, die weiter reicht als Euro, Cent und eine Bundestagswahl.


Leidenschaft und Liebe

„Friedefürst schlägt zu!“ Mit diesen drei Worten lässt sich die ganze Ratlosigkeit auf den Punkt bringen; die Ratlosigkeit, die mit unserem heutigen Predigttext verbunden ist. Gerade, wenn wir uns noch an den Gottesdienst letzten Sonntag im Festzelt erinnern: „Halte auch die andere Backe hin …“. Und dann treibt Jesus Menschen mit einer improvisierten Peitsche aus dem Tempel. Da stimmt doch etwas nicht.


Mehr als ein Happy End für Josef

Die Geschichte von Josef endet noch schöner als Rosamunde Pilcher. Sex and Crime, der Mordversuch, die aus sexueller Gier vorgetäuschte Vergewaltigung und schließlich das Happy End. Doch wir werden überflutet mit künstlichen Gefühlen aus Hollywood und Babelsberg. Wir sind auch als Erwachsene oft noch geprägt von dem für Kinder so sinnvollen erzählerischen Umgang mit alttestamentlichen Texten. Und auch die Art, wie die Medien auf die Dramen der Menschlichkeit bei den Reichen und Schönen reagieren, kann uns den Blick auf die Wirklichkeit verstellen. Doch bei Josef ging es um Leben und Tod.


Zum 60. Kriegsende: Werte brauchen eine Grundlage

- Wir können lernen, dass wir Werte brauchen. - Werte ohne Grundlage sind beliebig. - Jesus Christus bietet uns diese Grundlage an. - Dies geschieht nicht durch Gesetze, sondern Jesus bringt uns Gottes Geist, der für uns und für viele zur Quelle des Lebens wird. - So können auch wir anderen Menschen und dem Land, in dem wir in Frieden und viel Freiheit leben, zum Segen werden.


Ostern heißt die Flamme des Glaubens weiterzugeben ...

Die ganze Geschichte der Christen und der Kirche haben dieses eine Ziel: Die Botschaft des leeren Grabes so lebendig werden zu lassen, wie dies schon Petrus wenige Wochen nach der Auferstehung tat. Daran muss sich der Umgang mit der Tradition messen lassen. Und daran muss sich jede neue Form der Verkündigung in der Kirche messen lassen. Doch wer alle diejenigen ernst nimmt, die in den Jahrtausenden ihr ganzes Leben dafür einsetzten, die Botschaft vom leeren Grab und von der Auferstehung der Toten weiterzugeben, der hat allen Grund sich in die Reihe dieser Zeugen zu stellen. Denn an Ostern beten wir nicht die Asche alter Osterkerzen an, sondern wir geben die Flamme der Auferstehungshoffnung weiter.


Haltet die Welt an, ich will aussteigen.

„Haltet die Welt an, ich will aussteigen“: Das könnte aber auch unser Seufzer sein, wenn am Montag wieder der Alltag droht: Die Klassenarbeit in der Schule oder bei den Kindern, ein genervter Chef, das bisschen Haushalt, das wie die Ewigkeit kein Ende nimmt, ein Arztbesuch mit unbekanntem Ausgang – oder auch: Der Gottesdienst nächsten Sonntag, an dem manches konfessionsverschiedene Paar wieder beim Herrenmahl getrennt wird.


Gottes Reich braucht seine Zeit

Das Reich Gottes wächst in uns, aber nicht auf Kommando und manchmal so schnell, wie der Spargel im Frühsommer, manchmal macht das Wachstum eine Pause, wie alle die Pflanzen, die jetzt unter der Schneedecke auf den Frühling warten. So bleibt der Auftrag an uns: Nimm dir Zeit, damit Gott in dir wachsen kann, damit er dich mit seiner Herrschaft füllt. Halte die Rindviecher davon ab, durch die Saat zu trampeln: turbulenter Alltag, Abhängigkeiten, Materielles, Macht, Information: So vieles kann Macht in uns gewinnen, die Saat am Keimen hindert. Doch das ist eine Frage nach unserer Verantwortung vor Gott, nicht nach Gesetzen. Denn Gott lässt wachsen. Er hat uns davon befreit, dass wir durch Leistungen den rechten Glauben produzieren müssen.


Was ist eigentlich Umkehr?

Können wir heute sagen: Das Volk, das in der Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die im Schattenreich des Todes saßen, ist ein Licht erschienen? Was ist mit den Opfern der Flut- und Erdbeben-Katastrophe? Es bleibt das Unverstehbare: Wenn Menschen zu Grunde gehen wegen des Verhaltens anderer Menschen und noch mehr: Wenn Menschen an Umständen zu Grunde gehen, die Ihre Ursache in der Schöpfung haben, von der wir ja gemeinsam überzeugt sind, dass es die Schöpfung des Gottes ist, der in Jesus Christus seine Liebe zeigt. Diese Spanung kann nicht aufgehoben werden und es wäre billig, gegenüber jenen wohl 200.000 Toten in Südost-Asien, nur von der kommenden Welt zu reden und nicht das unendliche Leid, das dort geschehen ist, in aller Ernsthaftigkeit beim Namen zu nennen – bis hin zu dem Schrei: Mein Gott, mein Gott, wie kannst Du das zulassen.







Impressum + Haftungsauschluss
E-Mail
© 1999 - 2012 Beate und Jörg Beyer